Schnee

Auch wenn es schon fast eine Rarität ist, ist es normal, dass es im Winter schneien kann und auch mal zu Frost kommen kann. Schon seit Wochen sagt mir meine Wetterapp, dass es zu Frost kommen kann und man doch Obacht geben soll. Ja liebe Wetterapp, es ist Winter, der kommt so plötzlich wie Weihnachten und im Sommer bauchst du mich nicht warnen wenn es mal über 25 Grad Celsius werden, das ist auch vollkommen normal. Zum Glück kann man die Benachritigungen jeder App verbieten, doch kommt man nicht drum herum es auf andere Wege mitzubekommen. Ich verstehe das nicht … als ich klein war, gab es nie so ein Theater. Da war es im Winter kalt und es gab Schnee und im Sommer war es warm und auch mal heiß. Das ist für mich normal, das ist halt das Wetter. Und ja ich gehöre zu der Generation, die Kälte und Schnee kennt. Ich verstehe das nicht warum immer so ein Trara drum gemacht wird, wenn mal eine Schneeflocke fällt oder das Quecksilber droht zu steigen. Es ist grad einfach Winter, mehr nicht! Was ist den daran nicht zu verstehen. Nein, da jagt eine Eilmeldung im Radio und TV die Nächste und man fragt sich wann geht die Welt unter. Ok, ich verstehe ja, dass das grad für manche Neuland ist und draußen mal keine schmusige Wohlfühltemperatur ist, aber bleibt mal locker und genießt mal, dass wir Schnee haben, das ist viel zu selten.

Und dann warst du auf einmal weg …

… und für mich ist eine Welt zusammengebrochen und hinterließ eine klaffende Wunde.

Wir haben uns zur Einschulung kennen gelernt, wir saßen ab dem ersten Schultag nebeneinander. Beide waren wir introvertiert und schüchtern und das hat uns ab dem ersten Tag verbunden und es entstand eine tolle Freundschaft, wir haben alles zusammen gemacht, es gab nichts, wo man uns nicht zusammen antreffen konnte, sei es in der Schule oder nach der Schule gewesen. Es hätte eine Freundschaft fürs Leben werden können, die nichts erschüttern kann. Wir waren einfach unzertrennlich, ein Herz und eine Seele, es hatte den Anschein, dass nichts dieses Glück zerstören konnte … doch es kam anders … eines morgens warst du nicht in der Schule. Es war ein Frühjahrstag in der 2. Klasse. In der ersten Pause hatte ich unsere Klassenlehrerin gefragt wo du bist. Sie nahm mich zur Seite und wir gingen auf den Flur. Sie sagte mir, dass du nicht kommen wirst, ich fragte, ob du am nächsten Tag wieder da sein wirst, auch diesmal sagte sie, dass du nicht kommen wirst. Ich war traurig, sehr traurig und die erste Träne kullerte schon. Nach einer kurzen Pause sagte unsere Klassenlehrerin mir, dass du nie wiederkommen wirst, da du mit deiner Mutter weggezogen bist. In diesem Moment ist eine Welt zusammengebrochen und ich habe Ozeane geweint. Ein Moment, den ich nie im Leben im vergessen werde und auch heute treibt es mir noch Tränen in die Augen, wenn ich daran denke. Ich kann mich an das danach kaum noch erinnern, ich habe jeden Tag geweint und jeden Erwachsenen gefragt, ob du vielleicht doch noch wiederkommst, doch es war vergebens, du kamst nicht wieder. Es hat mich Wochen … Monate sehr mitgenommen, du hast mir so gefehlt und es gab nichts, was mich aufmuntern konnte, ich war nur noch traurig und unglücklich, meine Welt lag einfach nur in Trümmern, die nicht wieder aufgebaut werden konnten. Irgendwann in der 3. Klasse ging es langsam besser, aber es verging kein Tag, wo ich nicht an dich gedacht und dich nicht vermisst habe und ich konnte nie wieder jemanden wie dich finden …

Einige Zeit später habe ich erfahren, dass unsere Klassenlehrerin es lange wusste, dass du fortgehen wirst und auch meine Eltern hatten es kurz vorher erfahren. Doch es hat es mir keiner gesagt, es hat keiner für nötig gehalten mir auch nur ein Sterbenswörtchen zu sagen. Auf der einen Seite weiß ich warum sie es nicht getan haben, ich hätte vorher schon Sturzbäche geweint, doch so hätte ich dir wenigstens noch Tschüss sagen können, auch wenn es sehr schmerzhaft gewesen und mehr wie traurig für mich gewesen wäre, aber es wäre eine Abschied, ein Abschluss gewesen. Aber so wie es gelaufen ist, war es noch traumatischer und schmerzhafter für mich. Ich weiß, dass es alle nur lieb und gut gemeint haben, aber das ist eine Sache, die ich nicht verzeihen kann, bis jetzt jedenfalls noch nicht … es hat mich nochmal zusätzlich dermaßen enttäuscht und traurig gemacht … ab diesem Punkt stand ich allen zukünftigen Freundschaften immer skeptisch gegenüber und tue es heute noch, aus Angst, dass es wieder passiert.

Wir konnten uns nie verabschieden … nie Lebewohl sagen … du warst einfach auf einmal weg, weshalb ich nie damit abschließen kann. Du hast eine Lücke in meinem Leben hinterlassen, die keiner wieder füllen kann … eine Wunde, die sich nie schließen wird … es macht mich heute noch sehr traurig …

Ich habe all die Jahre nach dir gesucht, doch nie habe ich dich gefunden … inzwischen glaube ich auch nicht mehr daran dich zu finden, auch wenn ein Fünkchen Hoffnung immer da sein wird.

Liebe Johanna … dieser Beitrag ist für dich und ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass du am Leben bist und es dir gut geht.

008_2020

Wie ich will

Nr. F_0012

APX 100, Negativ gescannt

Es muss nicht immer scharf sein.

Es muss nicht immer perfekt sein.

Es muss nicht jeder Klecks exakt sitzen.

Es muss nicht alles einen Grund haben.

Es muss nicht nicht alles einen Sinn ergeben.

Es muss nicht immer so sein wie ihr es wollt.

Es soll so sein wie ich das will!

007_2020

Sprachlos

Nr. F_0033

APX 100, Negativ gescannt

Vor 4-5 Jahren hatten wir das letzte Mal Kontakt und jetzt schreibst du mir aus heiterem Himmel als wenn nichts gewesen wäre und wir regelmäßig Kontakt gehabt hätten und erzählst mir deine Krankheitsgeschichte… tut mir Leid, dass es schlecht lief für dich, es freut mich, dass du am Leben bist, aber auch schon vor deiner Krankheit hättest du mal auf meine Nachrichten antworten können … sorry, aber ständig der Fußabtreter zu sein, darauf hab ich kein Bock mehr …

Ostern auf corollisch

Dieses Jahr ist Ostern etwas anders … Corolla-Corona-Corinna hat zugeschlagen. Mir geht es alles immer noch auf die Nerven mit den Ausgangsbeschränkungen, Hamstereinkäufen, etc., aber so langsam kann ich dem Ganzen ein klein wenig etwas Positives abgewinnen. Das wichtigste und beste für mich ist, dass ich bis jetzt ein Mal die Woche für einen Vormittag für mich sein kann und meist kleckserisch vieles raus lassen kann, was mir auf der Seele liegt.
Ein weiterer Vorteil ist Ostern … diesmal auf corollisch, bedeutet, dass die Familientreffen ausfallen. Dies stört mich überhaupt nicht, denn auf Familientreffen kann ich gut und gerne verzichten, sie sind nervig und langweilig. So habe ich vier Tage für mich, und hab genug Zeit mal nachzudenken, sei es über mich oder über anderes. Ich genieße es und das Wetter macht zum Glück mit.
In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Einkaufserlebnis zu Corolla-Corinna-Zeiten

Das Einkaufen von Lebensmitteln ist aktuell schon ein Erlebnis, schön, dass ich für diesen Erlebnispark namens Supermarkt nicht noch eine Eintrittskarte kaufen muss. 

Manchen Supermarkt darf man nur mit Einkaufskorb betreten … ist etwas doof wenn man nur wegen einer Kleinigkeit einen Korb nehmen muss, obwohl man es locker in einer Hand tragen könnte. Noch dazu gibt es nicht so viel Körbe, sodass man mittelmäßig bis dicht gedrängt in einer Traube von Menschen steht und auf einen Korb wartet. Da stört es komischerweise niemanden, dass man keinen Sicherheitsabstand einhält, denn alle wollen das nächste Körbchen haben. Echt klasse. Es ist so als wenn bei manchen das Hirn ausschaltet, wenn es ums Hamstern geht, hauptsache so viel wie möglich und alles was es gibt kaufen, auch wenn man es nicht isst, hauptsache besitzen. Als wenn der Besitz die neue oberste Direktive ist. Egoistenschweine!

„Zurück auf Ihren Punkt! Gehen Sie zurück auf Ihren blauen Punkt!“. Bis ich mitbekommen hatte was die Kassiererin von einem anderen Supermarkt von mir wollte, hat sie mich noch zwei Mal so angeschnauzt. Den zahlreichen Kunden hinter mir ging es auch so. Ich blickte zu Boden und sah, dass ich eine Schuhelänge vor meinem blauen Punkt stand … wie konnte ich nur. Mein blauer Punkt war am Ende des Kassenbandes, der nächste Kunde vor mir, war schon der Kunde, der gerade abkassiert wurde, geschätzte 3 – 3,5 m Abstand zwischen uns bzw. mir und der Kassiererin. Hinter mir ist die Schlange inzwischen schon so lang, dass sie weit über die Hälfte der Länge des Marktes hinaus ragte und sich die Kunden aus den Quergängen ständig an den wartenden Kunden durchdrängeln müssen, 1,5 – 2 m Abstand werden hier in keinster Weise eingehalten, selbst ein Meter ist schon übertrieben … naja … was soll man dazu sagen … ich werde zukünftig wohl besser auf meinen blauen Punkt achten müssen.

Das man mich nicht falsch versteht, ich weiß aus engstem Familienkreis wie grad die aktuelle Situation im Einzelhandel ist und ich möchte mit niemanden dort tauschen, dies gilt auch für Pflegepersonal, etc. Alle haben meinen großen Dank und Respekt!

Corolla Corona Corinna

Mein Mann nennt es Corinna, ein guter Freund von mir Corolla, nennt das Kind wie ihr wollt, mir ist der Name einfach dermaßen Schnuppe, weil mir das ganze Gehabe einfach nur aufn Keks geht. Ich versteh diese Panikmache und Hysterie nicht. Es ist eine Grippe … mehr nicht … wenn jährlich etliche Menschen an der normalen Grippe sterben, interessiert das keine Sau und es wird auch keine Panik gemacht. Oder Krebs, hier sterben auch so viele Menschen und es wird einfach hingenommen und das wars. Das soll jetzt nicht geschmacklos klingen. Es macht mir einfach Angst die Menschen um mich herum zu beobachten und wie sich ihr Verhalten ändert. Ich versteh es nicht. Was passiert wenn wir mal eine richtig schlimme Krankheit haben, die um die Welt geht, wo gleich mal 40 % der Bevölkerung sterben. Da kommt es dann zu mehr als nur Mord und Totschlag. Wenn ich unterwegs bin, sehe ich Angst bei den Menschen, es wird teilweise dermaßen um einen herum getänzelt, um den größtmöglichen Abstand zum Anderen zu bekommen, das man sich nur an den Kopf fassen kann. Ich verstehe diese Angst nicht. Ich habe keine Angst und wenn ich krank werden sollte, dann ist das halt so … na und … es sind so viele Menschen schon wieder gesund geworden, es braucht halt nur Zeit und da braucht man nicht in Panik geraten, wenn sich immer mehr infizieren. So ne Grippe ist halt nicht in drei vier Tagen erledigt. Und wenn ich doch krank werden sollte und dran sterbe, naja dann ist das so, es werden nicht viele trauern oder mich vermissen. Ich hab keine Angst. Wenn ich Angst habe, dann davor richtig eingesperrt zu werden. Dieses Kontaktverbot ist doch nur die kleine Schwester von der Ausgangssperre. Ja ich bin froh, dass ich noch spazieren gehen kann und zu Sportaktivitäten raus kann und andere wichtige Gänge wie Arztbesuche, etc. Aber es hat schon einen faden Beigeschmack, dass man einfach mal so eingesperrt werden kann. Dagegen habe ich gewaltig was, ich dachte, dass ich ein halbwegs freier Mensch bin und Rechte hab. Aber da hab ich die Rechnung ohne unsere ach so tollen Politiker gemacht. Für mich ist das eher eine Diktatur anstatt eine Demokratie. Ich bin voll die Niete in Politik und ich hasse Politik auch und ich kann Politiker auch nicht leiden und ich habe gewaltig was dagegen, wenn mich so ein Möchtegern-Wissender einsperren will, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet wird, nur weil die Mist gebaut haben, weil sie unser Gesundheitssystem  mehr und mehr abbauen. Ist das meine Schuld? Ich habe sie nicht gewählt und würde es auch nicht machen. Kann es denn nicht mal ordentliche Politiker geben, die nicht gerade so tun, als ob sie uns retten, indem sie uns einsperren, nur um von ihren miserablen Taten abzulenken? Nein, die gibt es nicht. Lieber wird alles gegen den Baum gefahren, sowie auch unsere Wirtschaft … habt ihr fein gemacht.

Ständig wird man ermahnt, dass man sich die Hände waschen soll. Ich – mit meinen drei Jahrzehnten – habe das von meinen Eltern beigebracht bekommen, dass man sich öfters mal die Griffel waschen muss und sich nicht übelst auf die Pelle rücken soll. Warum sind diese Selbstverständlichkeiten nicht mehr selbstverständlich? Seit Kurzem habe ich Pinterest für mich entdeckt, heute war ich mal wieder nach Ideen schauen, App geöffnet, steht gleich oben dick und fett, dass man sich seine Pfoten waschen soll. Ich hab schon etwas fassungslos auf mein Handy geschaut, geb ich zu. Was bringen die Eltern heutzutage ihren Kinder noch bei und was haben manche Eltern früher verpasst zu machen? Mich nervt das total. Auch, dass man ständig im TV zu hören bekommt, bleibt zu Haus und schön brav die Hände waschen. Ständig klebt so ein blöder Hashtag auf der Flimmerscheibe, dass man zu Hause bleiben soll. Ich denke die meisten habens verstanden, und man kann langsam aufhören damit.

Ich versteh auch nicht was diese Hamsterkäufe sollen … Klopapier, Nudeln, Mehl, Dosenfutter, usw. Was zur Hölle machen alle mit so viel Scheißhauspapier? Wollt ihr eure Panik mit Rizinusöl ersaufen? Oder die Wohnung tapezieren? Ist es nicht langweilig nur Nudeln in sich hinein zu schieben? Und warum Mehl? Nirgends rieche ich mal den Duft von frisch gebackenen Brot oder Kuchen? Plant hier jemand die Olympiade der Mehlstaubexplosionen? Wenn ja, dann sagt mir einer Bescheid, ich mach dann gerne mit. Allerdings muss mir jemand Mehl borgen, weil ich keins hab, weil ihr alles aufgekauft habt.

Und ich gehöre auch nicht zu einer angebliches Risikogruppe, auch wenn einige plötzlich der Meinung sind. Ist lieb, dass manche sich Sorgen machen, aber ich hab selten so gelacht. Sonst macht man sich auch keine Sorgen um mich, dann braucht es sich jetzt erst recht keiner machen.

Dieser abendliche Applaus ist auch nicht das Gelbe vom Ei, ich denke da gibt es deutliche bessere Arten der Wertschätzung.

Mich macht das alles ratlos, weil ich es nicht nachvollziehen kann. Und ich versuch mich der ganzen Hysterie so gut es geht zu entziehen, was aber irgendwie unmöglich scheint …

Und ich stimme einem Freund zu, dass man die Zeitumstellung wegen Corolla Corinna ruhig hätte absagen können.