Neulich am Müll

Vor einigen Tagen habe ich Müll runter gebracht. Ist jetzt nichts besonderes und macht jeder, sehe ich auch so. Ich wohne in einer Gegend mit Einwohnern, deren Durchschnittsalter mehr als das Doppelte meines Alters beträgt und ich immer wieder fest stelle wieviel unterschiedliche Pflegedienste es gibt. Ich bin also in einer Ü70-Gegend wohnhaft. Es hat gewisse Vorteile, die älteren Herrschaften sind recht ruhig und nur selten man hört man abends ihre Lieblingsschlagersendungen à la Helene Silbereisen oder wie die auch alles heißen. Zum Glück kann ich meinen Fernseher auch lauter machen und muss mir das Gejaule nicht anhören. Es ist aber manchmal auch etwas nervig von so vielen Ü70ern umgeben zu sein. Ich oute mich mal als Vielbesteller bei Amazonien, Buchtelhausen und Co., das Hobby möchte schließlich befriedigt werden und ich sorge regelmäßig dafür, dass was gewünscht auch zeitnah zur Verfügung steht. So bleibt es nicht aus und meine Wohnung macht einem Lagerhaus Konkurrenz und ich könnte meine eigenes kleines Versandunternehmen gründen. Nur was soll ich verschicken? Meine Klecksereien sind nicht mal Ansatzweise so toll wie von meinem Vorbild und meist auch unfertig, teils aus Motivationsmangel, und haben möchte sie eh keiner und meine Fotografien brauchen auch noch Übung und mehr habe ich nicht zu bieten. Also bleibt mir nichts anderes übrig als mich mit meiner kleinen Machete, auch Cuttermesser genannt, durch mein Paket-Disneyschloss zu kämpfen und es in sportliche Einzelteile zu zerlegen, um es dann fachmännisch bzw. fachfrauisch zu entsorgen. Da fällt mir ein, dass ich es auch noch fachdiversisch entsorgen muss, wie konnte ich das nur vergessen. Da ich nicht zu den Menschen gehöre, die ihre Pakete einfach im leeren Rohzustand in die Tonne werfe, sodass diese dann gleich wieder voll ist, komprimiere ich alle Pakete durch Einsatz meiner Machete zum kleinstmöglichen Paket zusammen. Ich denke daran, dass auch noch andere ihren Müll weg bringen wollen. Ich nehme mein kaputtes Disneyschlosspaket aus Pappe und begebe mich durch das nicht wohlriechende Treppenhaus nach unten. Irgendjemand hat Eierkuchen gemacht und über den Hausflur gelüftet und es riecht nach kaltem Fett, da wird mir jetzt schon wieder schlecht wenn ich daran denke. Leider habe ich nicht meine schwere Atemschutzausrüstung dabei um mich dadurch zu kämpfen. Als ich die Pforte des Hauses duchtrat, nahm ich erstnal einen tiefen Atemzug. Es tat gut, auch wenn es nur Stadtluft war, aber besser als die Abluft im Treppenhaus. Bevor ich den Schauplatz des Geschehens betrat, leerte ich noch schnell den Briefkasten. Ich könnte ihn mit Zetteln wie „Keine Werbung, Wochenblätter, etc.“ zukleistern, es würde immer noch etwas dergleichen im Kasten landen. Warum mach ich auch diese Zettel ran, könnte ja auch gut sein, dass ich mir nicht sicher bin und ich vielleicht doch die Werbung bekommen möchte. Ich ärgerte mich nicht weiter und ging zum Müllplatz. Vom weiten hörte ich schön wie zwei Damen gehobenen Alters eine rege Unterhaltung führten. Ich schloss die Tür zum Müllplatz auf und merkte schon wie ich mit meinen zwei Kompaktpaketen von oben bis unten gemustert wurde. Ich geb zu, ich gehe nicht im Sonntagskleid zum Müll runter, wenn ich vorher auf der Couch einen auf Kartoffel gemacht habe. Nein, es prangerte mein Lieblingshörnchen auf meinem Pullover und ich steh dazu. Ich ging zu meiner mir auserwählten Papiertonne, stellte meine beiden Pakete davor hin und öffnete die Tonnen. Zu meinem Erstaunen war sie leer. Ich hiefte den großen Deckel bis ganz nach hinten und versenkte mit einer Gewissen Genugtuung mein erstes Paket. Im Seitenblick sah ich wie sich die eine ältere Dame in meine Richtung bewegte. Ich schaute sie an und sah ihren herablassenden belehrenden Blick. Wenn ich sowas immer schon sehe, ist meine Grundstimmung schon mal etwas ins Negative gerutscht. Unfreundlich blaffte sie mir entgegen, dass ich die Pakete auch auseinander falten kann, damit mehr Papiermüll in die Tonne passt. Ich begegnete ihr mit einem freundlichen Hallo und bat sie bitte den Mindestabstand einzuhalten und sich bitte aus meinen Müllangelegenheiten rauszuhalten, ich mische mich ja auch nicht in ihrem Müll ein. Damit hatte sie anscheinend nicht gerehnet. Ich hatte mit meiner Reaktion auch nicht gerechnet, denn innerlich bin ich explodiert, was geht der Schnepfe meinen Müll an. Soll sie sich um was anderes kümmern und mich einfach in Frieden lassen, so wie ich sie auch in Frieden lasse. Sie schritt von dannen zur ihrer Tratschkumpanin und regte sich lauthals darüber auf, dass die jungen Menschen so respektlos und unfreundlich sind. Ich dachte ich höre nicht richtig und mein Schwein bohnert mal wieder mit einer außergewöhnlichen Kür über das Parkett. Das kann nicht wahr sein. Ich begegne jeden Menschen mit Respekt, egal welchen Alters, Herkunft oder was auch immer. Ich schmetterte mein zweites Paket in die Tonne und wollte mich auf den Heimweg machen und die beiden Damen ignorieren. Doch das klappte nicht. Die andere Dame fragte mich unfreundlich, warum ich meine Pakete nicht zerkleinere und warum ich um Abstand bitte. Ähm ja … Corona ist anscheinend grad nicht. Mir reichte es, eigentlich wollte ich nichts sagen, aber ich hab es satt. Ich hab es satt, ständig werden alle jungen Menschen von älteren Menschen über eine Kamm geschert und als respektlos bezeichnet. Das stimmt überhaupt nicht, sie sollten selber mal mehr Respekt zeigen. Ich weiß es gibt genug jüngere Menschen, die ältere Menschen respektlos behandeln, aber nicht alle, also macht mal einen Punkt! Von mir verlangen sie, dass ich sie respektvoll behandle, das möchte ich dann aber auch und nicht so doof angemacht werden. Nur weil sie alte Leute sind, heißt das noch lange nicht, dass sie einen herablassend behandeln müssen nur weil sie ein bis zwei Weltkriege mehr erlebt haben als ich. Nein das gibt ihnen nicht das Recht dazu mich so behandeln. Ich erkläre recht unfreundlich und angefressen, dass wir Abstand halten, weil wir grad zufällig Corona haben und damit wir alle – insbesondere sie – nicht abkratzen. Als sie den Mund aufmachen wollten, redete ich geich weiter, sodass sie keine Chance hatten, was zu sagen. Ich fuhr meine kleine Rede fort, dass es sie einen feuchten Scheißdreck angeht wie ich meinen Müll weg schmeiße und ich zu denjenigen gehöre, die ihren Papiermüll so klein wie möglich komprimieren und wenn sie das nicht glauben, können sie gerne in die Tonne klettern und nach schauen und dass sie sich mal überlegen sollten zu jüngeren Menschen mal netter zu sein. Auf die Frage, ob sie das Sprichwort „Wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es wieder heraus.“. Eine Antwort habe ich bis jetzt immer noch nicht bekommen, aber es interessiert mich auch nicht. Ich war einfach nur noch mega angefressen. Wieder in den eigenen vier Wände machte ich meinem Ärger ordentlich Luft und schimpfte wie ein Rohrspatz oder wie ein Wellensittich auf einer Überdosis Jod S-11.

019_2021

Relevanz

Nr. F_0243

APX100, Negativ gescannt

Was macht einen Deutschen aus?
Friseurbesuche, in jedem Urlaub verreisen, Fußball, Bier, Tennissocken zu kurzen Hosen.
Was ist wenn ich das alles nicht bin, brauche oder mag?
Bin ich dann kein Deutscher ?

Mein Freund DHL

Letzte Woche war diese Cyber-Woche oder wie sich das nannte. Ja es gab viele Angebote und ich konnte mir so einige auch nicht entgehen lassen, gebe ich ja zu… sei es eine flauschige Plüschpummeldecke, Lippenschmiere oder eine Ladung neuer SW-Munition für meine Knipsmaschinen.

Gleich vorneweg, ich bin natürlich nicht mit DHL befreundet. Im Moment treibt mich der Verein zur Weißglut und ich kann nicht wirklich etwas machen. Montagabend sitze ich gemütlich auf der Couch, es war schon fast Zeit, um mal zu schauen was meine Matratze mir erzählen möchte, da flattert noch eine Nachricht herein, dass mein Paket angekommen ist, in der Packstation XYZ. Schlaftrunken diese Packstation gesucht… stark verwundert … es war nicht meine Wunschpackstation XXX, die nur 500 m von mir zu Hause entfernt ist und auch nicht eine der anderen drei Stationen auf die ich immer ausweichen muss… nein mein Paket liegt in Packstation XYZ … diese Packstation ist nicht 500 m entfernt, nein viel besser, sie ist nur sage und schreibe 5000 m entfernt, na Mensch ist das nicht toll, gleich um die Ecke, hast du echt fein gemacht DHL. Ich weiß es sind nur 5 km. Ich scheue mich auch nicht diese 5 km zu fahren. Mir geht es ums Prinzip und auch darum, dass ich nicht weiß wie mein Paket von der Größe her verpackt ist. Eine kleine Sache, die in einen Schuhkarton passt, wird dann schon mal in einem Paket mit der Größe eines Staubsaugers verschickt und das passt dann nicht meine sportliche Gepäckträgertasche und ich muss dann schieben und das Paket auf dem Gepäckträger im Balanceakt festhalten. Wenn ich das von meiner Wunsch-Packstation 500 m nach Hause machen muss, stört mich das nicht die Bohne, aber keine 5 km. Es gibt drei andere Packstation im Umkreis von 1 km bei mir. Es kann mir keiner erklären, dass alle Fächer dieser Packstationen voll sind. Alternativ gibt es immer noch die Postfiliale, die nur 1 km entfernt ist. Es ärgert mich zwar auch jedes Mal, wenn dort das Paket landet, weil die Öffnungszeiten nicht so arbeitnehmerfreundlich sind und ich nach Feierabend keine Lust habe jedes Mal 30-45 min zu warten bis ich an der Reihe bin. Trotzdem wäre mir diese Variante lieber als die 5 km entfernte Packstation. Ich bin leider nicht im Besitz eines 4-5 rädrigen Gefährts, was sich manchmal Auto nennt. Ich darf zwar eins lenken, aber trotzdem habe ich nur einen Drahtesel mit dem ich alles erledige. Hätte ich ein Auto würde ich das Paket zwar abholen, aber es geht einfach darum, dass es so viele andere Möglichkeiten gibt das Paket abzugeben. Dann bringt mir die Packstation nichts, wenn ich gefühlt zum Hinterteil der Welt latschen oder fahren muss.

Ich weiß nicht warum mein Paket dort gelandet ist. Wenn ich den Menschen antreffe, der jeden Tag liebevoll die Packstation füllt, dann möchte ich am liebsten gleich wieder gehen. Es ist und bleibt leider eine Wunschvorstellung, dass mein Paket ganz normal vorne in das Fach gelegt wird und ich es mühelos entnehmen kann. Die Realität sieht dann doch ganz anders aus. Mit ordentlich Schmackes wird das Paket bis zum hinteren Ende des Faches geschleudert, schlägt dort an und bleibt liegen und muss sich wahrscheinlich erstmal von den ganzen Strapazen erholen und freut sich, wenn ich es abhole. Allerding erst nachdem ich mühevoll meinen Arm in das kleinste Fach stecken muss … das ist eigentlich untertrieben, ich muss meinen Arm bei sehr kleinen Sendungen regelrecht in das Fach quetschen und versuchen mit meinen Fingern meine Sendung zu angeln. Ich möchte nicht wissen wie das aussieht, aber es kam schon des Öfteren vor, dass ich belächelt wurde als ich so halb in der Packstation hing. Ich finde das alles andere als lustig. Das Gleiche gilt für das unterste Fach in der Packstation. Ja ich mache jedes Mal Luftsprünge wenn draußen mal wieder das übelste Sauwetter ist und ich zur Station stapfe und ich alles eintippe was einzutippen ist und ich sehe, dass das unterste Fach sich öffnet, ich dann auf den Boden krauchen muss und mein Paket vom hintersten Winkel des Fach zu mir locken muss. Vielleicht sollte ich DHL zukünftig die Hose zur Reinigung schicken, die dann jedes Mal aussieht als wenn ich im Kindergarten an der Regenpfützenparty teilgenommen hätte. Ich kann Arbeitsmoral des Packstationbefüllers verstehen, so ist es nicht, ich möchte den Job auch nicht machen, aber ich kann nichts dafür. Ich finde meinen Job auch nicht so dolle und  die monatliche Summe, die immer Ende des Monats auf mein Konto flattert sehe ich als Schmerzensgeld an. Ich zahle fleißig für diesen Service und das Porto wird immer teurer und der Service im schlechter. Wenn ich ein Paket über die Station zurückschicke, lege ich es ganz normal vorne hin, sodass der Entnehmer es ganz einfach greifen kann. Ich feuere es auch nicht durch das ganze Fach, u.a. auch mit der Sorge, dass es dann übersehen wird. Ich mache das, weil es sich so gehört und ich dem Entnehmer das Leben nicht schwerer zu machen als es vllt. schon ist.

Es ist das erste Mal, dass ich nicht bis sonste wo fahre und mein Paket abhole, diesmal weigere ich mich, ich habe keine Lust mich ständig von DHL Pontius zu Pilatus schicken zu lassen, mir reicht es langsam und ich hab echt die Faxen dicke, denn es passiert ständig, teilweise jede Woche.

Liebes DHL, es wäre schön, wenn mein Paket nicht fast jedes Mal in Hinterposemuckel landet und ich nicht meinen Arm bis zum Zerquetschen in das kleinste Fach quetschen muss und ich nicht jedes Mal den Boden mit meiner Hose wischen muss, um an mein Paket zu kommen.

007_2020

Sprachlos

Nr. F_0033

APX 100, Negativ gescannt

Vor 4-5 Jahren hatten wir das letzte Mal Kontakt und jetzt schreibst du mir aus heiterem Himmel als wenn nichts gewesen wäre und wir regelmäßig Kontakt gehabt hätten und erzählst mir deine Krankheitsgeschichte… tut mir Leid, dass es schlecht lief für dich, es freut mich, dass du am Leben bist, aber auch schon vor deiner Krankheit hättest du mal auf meine Nachrichten antworten können … sorry, aber ständig der Fußabtreter zu sein, darauf hab ich kein Bock mehr …

Neulich an der Tanke

Vor kurzem bin ich mit meinem Drahtesel und einem kleinen 5-Liter-Kanister zur Tankstelle gefahren, um etwas Benzin für ein Kleingerät zu holen. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, habe ich es doch schon öfters gemacht.
Wie immer pflocke ich meinen Drahtesel an, ging zur Zapfsäule, zapfte mir meine 5,00 Liter und dann gings ab zu Kasse.
Aufgrund der aktuellen corollischen Zeiten gleicht der Weg zur Kasse einem Labyrinth. Geduldig wartete ich am Schlangenende. In der einen Hand den Kanister und in der anderen Hand die Karte zum Bezahlen, ganz Coronokonform kein Bargeld.

Dann war ich endlich dran, doch die Dame ließ mich warten. Wie ich mit bekam, war ihre Chefin gerade da, dementsprechend aufgeregt war sie, aber sie war recht freundlich. Ich sagte ihr meine Zapfsäulennummer und dann begann das kleine Drama… sie sah den Kanister in meiner Hand.

Sie (ganz panisch): „Ist der voll?“

Ich (auf meinen Kanister schauend): „Ja.“

Sie: „Das können Sie doch nicht machen!“

Panisch schaute sie hin und her.

Sie: „Schnell, stellen Sie den Kanister unten hin.“

Ich verstand die ganze Sache nicht… stellte den Kanister dann aber auf den Boden. Gefühlt eine Sekunde später kam die Chefin und verließ die Tankstelle.

Sie: „Puh, da haben Sie ja nochmal Glück gehabt und ich auch.“

Ist ja schön, dass ich Glück gehabt habe, aber ich verstand nur Bahnhof…

Ich: „Warum?“

Sie: „Sie können doch nicht einfach den Kanister mit hier rein nehmen.“

Ich: „Ich kann doch nicht den Kanister draußen stehen lassen, ich bin mit Fahrrad hier. Den Kanister kann jemand klauen, wenn er unbeaufsichtigt draußen steht.“

Sie: „Warum kaufen Sie Benzin wenn Sie mit Fahhrad hier sind?“

Ich: „Es gibt gewisse Kleingeräte, die brauchen Benzin.“ (Es ging sie zwar nichts an, aber gut…)

Sie: „Aber Ihr Fahrrad braucht doch kein Benzin.“

In dem Moment wusste ich nicht was ich sagen sollte, ich meinte mit Kleingerät garantiert nicht meinen Drahtesel und schwieg einfach… der Bezahlvorgang dauerte außergewöhnlich lang, was wohl an ihrer Aufregung lag und daran, dass sie zwei Mal meine Zapfsäulennummer falsch eingegeben hatte… ich sah ihr regelrecht an wie sie grübelte, warum ich Benzin kaufte, wenn ich doch mit Fahrrad hier bin.

Sie: „Und wie verwenden Sie das Benzin an Ihrem Fahrrad?“

Ich (mehr als nur erstaunt): „Wie bitte?“ Ich war mir unsicher, ob ich die Frage richtig verstanden hatte.

Sie (langsam unfreundlicher und sehr ungedudig): „Na wo kippen Sie das Benzin am Fahhrad rein?“

Zum Glück hatten wir zu dem Zeitpunkt den Bezahlvorgang endlich abgeschlossen. Ich hatte auch keine Lust weiter zu diskutieren…das war mir dann iwie zu dumm. Ich wünschte ihr einen schönen Tag, nahm meinen Kanister und setzte mich in Bewegung.

Sie: „Warten Sie!“

Ich wartete und fragte mich was jetzt kommt.

Sie ging schnell zum Fenster und schaute nach, ob ihre Chefin noch zu sehen ist.

Sie: „Ok, sie ist weg denke ich, aber gehen Sie schnell, nicht das Sie gesehen werden.“

Ich sagte nichts mehr und ging wortlos.

Draußen schaute ich mir nochmal all die tausend bunten Aufkleber an und es stand nirgends, dass ich kein Benzin mit rein nehmen darf.

Ich wollte einfach nur schnell Benzin holen, mehr nicht…

Einkaufserlebnis zu Corolla-Corinna-Zeiten

Das Einkaufen von Lebensmitteln ist aktuell schon ein Erlebnis, schön, dass ich für diesen Erlebnispark namens Supermarkt nicht noch eine Eintrittskarte kaufen muss. 

Manchen Supermarkt darf man nur mit Einkaufskorb betreten … ist etwas doof wenn man nur wegen einer Kleinigkeit einen Korb nehmen muss, obwohl man es locker in einer Hand tragen könnte. Noch dazu gibt es nicht so viel Körbe, sodass man mittelmäßig bis dicht gedrängt in einer Traube von Menschen steht und auf einen Korb wartet. Da stört es komischerweise niemanden, dass man keinen Sicherheitsabstand einhält, denn alle wollen das nächste Körbchen haben. Echt klasse. Es ist so als wenn bei manchen das Hirn ausschaltet, wenn es ums Hamstern geht, hauptsache so viel wie möglich und alles was es gibt kaufen, auch wenn man es nicht isst, hauptsache besitzen. Als wenn der Besitz die neue oberste Direktive ist. Egoistenschweine!

„Zurück auf Ihren Punkt! Gehen Sie zurück auf Ihren blauen Punkt!“. Bis ich mitbekommen hatte was die Kassiererin von einem anderen Supermarkt von mir wollte, hat sie mich noch zwei Mal so angeschnauzt. Den zahlreichen Kunden hinter mir ging es auch so. Ich blickte zu Boden und sah, dass ich eine Schuhelänge vor meinem blauen Punkt stand … wie konnte ich nur. Mein blauer Punkt war am Ende des Kassenbandes, der nächste Kunde vor mir, war schon der Kunde, der gerade abkassiert wurde, geschätzte 3 – 3,5 m Abstand zwischen uns bzw. mir und der Kassiererin. Hinter mir ist die Schlange inzwischen schon so lang, dass sie weit über die Hälfte der Länge des Marktes hinaus ragte und sich die Kunden aus den Quergängen ständig an den wartenden Kunden durchdrängeln müssen, 1,5 – 2 m Abstand werden hier in keinster Weise eingehalten, selbst ein Meter ist schon übertrieben … naja … was soll man dazu sagen … ich werde zukünftig wohl besser auf meinen blauen Punkt achten müssen.

Das man mich nicht falsch versteht, ich weiß aus engstem Familienkreis wie grad die aktuelle Situation im Einzelhandel ist und ich möchte mit niemanden dort tauschen, dies gilt auch für Pflegepersonal, etc. Alle haben meinen großen Dank und Respekt!

Corolla Corona Corinna

Mein Mann nennt es Corinna, ein guter Freund von mir Corolla, nennt das Kind wie ihr wollt, mir ist der Name einfach dermaßen Schnuppe, weil mir das ganze Gehabe einfach nur aufn Keks geht. Ich versteh diese Panikmache und Hysterie nicht. Es ist eine Grippe … mehr nicht … wenn jährlich etliche Menschen an der normalen Grippe sterben, interessiert das keine Sau und es wird auch keine Panik gemacht. Oder Krebs, hier sterben auch so viele Menschen und es wird einfach hingenommen und das wars. Das soll jetzt nicht geschmacklos klingen. Es macht mir einfach Angst die Menschen um mich herum zu beobachten und wie sich ihr Verhalten ändert. Ich versteh es nicht. Was passiert wenn wir mal eine richtig schlimme Krankheit haben, die um die Welt geht, wo gleich mal 40 % der Bevölkerung sterben. Da kommt es dann zu mehr als nur Mord und Totschlag. Wenn ich unterwegs bin, sehe ich Angst bei den Menschen, es wird teilweise dermaßen um einen herum getänzelt, um den größtmöglichen Abstand zum Anderen zu bekommen, das man sich nur an den Kopf fassen kann. Ich verstehe diese Angst nicht. Ich habe keine Angst und wenn ich krank werden sollte, dann ist das halt so … na und … es sind so viele Menschen schon wieder gesund geworden, es braucht halt nur Zeit und da braucht man nicht in Panik geraten, wenn sich immer mehr infizieren. So ne Grippe ist halt nicht in drei vier Tagen erledigt. Und wenn ich doch krank werden sollte und dran sterbe, naja dann ist das so, es werden nicht viele trauern oder mich vermissen. Ich hab keine Angst. Wenn ich Angst habe, dann davor richtig eingesperrt zu werden. Dieses Kontaktverbot ist doch nur die kleine Schwester von der Ausgangssperre. Ja ich bin froh, dass ich noch spazieren gehen kann und zu Sportaktivitäten raus kann und andere wichtige Gänge wie Arztbesuche, etc. Aber es hat schon einen faden Beigeschmack, dass man einfach mal so eingesperrt werden kann. Dagegen habe ich gewaltig was, ich dachte, dass ich ein halbwegs freier Mensch bin und Rechte hab. Aber da hab ich die Rechnung ohne unsere ach so tollen Politiker gemacht. Für mich ist das eher eine Diktatur anstatt eine Demokratie. Ich bin voll die Niete in Politik und ich hasse Politik auch und ich kann Politiker auch nicht leiden und ich habe gewaltig was dagegen, wenn mich so ein Möchtegern-Wissender einsperren will, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet wird, nur weil die Mist gebaut haben, weil sie unser Gesundheitssystem  mehr und mehr abbauen. Ist das meine Schuld? Ich habe sie nicht gewählt und würde es auch nicht machen. Kann es denn nicht mal ordentliche Politiker geben, die nicht gerade so tun, als ob sie uns retten, indem sie uns einsperren, nur um von ihren miserablen Taten abzulenken? Nein, die gibt es nicht. Lieber wird alles gegen den Baum gefahren, sowie auch unsere Wirtschaft … habt ihr fein gemacht.

Ständig wird man ermahnt, dass man sich die Hände waschen soll. Ich – mit meinen drei Jahrzehnten – habe das von meinen Eltern beigebracht bekommen, dass man sich öfters mal die Griffel waschen muss und sich nicht übelst auf die Pelle rücken soll. Warum sind diese Selbstverständlichkeiten nicht mehr selbstverständlich? Seit Kurzem habe ich Pinterest für mich entdeckt, heute war ich mal wieder nach Ideen schauen, App geöffnet, steht gleich oben dick und fett, dass man sich seine Pfoten waschen soll. Ich hab schon etwas fassungslos auf mein Handy geschaut, geb ich zu. Was bringen die Eltern heutzutage ihren Kinder noch bei und was haben manche Eltern früher verpasst zu machen? Mich nervt das total. Auch, dass man ständig im TV zu hören bekommt, bleibt zu Haus und schön brav die Hände waschen. Ständig klebt so ein blöder Hashtag auf der Flimmerscheibe, dass man zu Hause bleiben soll. Ich denke die meisten habens verstanden, und man kann langsam aufhören damit.

Ich versteh auch nicht was diese Hamsterkäufe sollen … Klopapier, Nudeln, Mehl, Dosenfutter, usw. Was zur Hölle machen alle mit so viel Scheißhauspapier? Wollt ihr eure Panik mit Rizinusöl ersaufen? Oder die Wohnung tapezieren? Ist es nicht langweilig nur Nudeln in sich hinein zu schieben? Und warum Mehl? Nirgends rieche ich mal den Duft von frisch gebackenen Brot oder Kuchen? Plant hier jemand die Olympiade der Mehlstaubexplosionen? Wenn ja, dann sagt mir einer Bescheid, ich mach dann gerne mit. Allerdings muss mir jemand Mehl borgen, weil ich keins hab, weil ihr alles aufgekauft habt.

Und ich gehöre auch nicht zu einer angebliches Risikogruppe, auch wenn einige plötzlich der Meinung sind. Ist lieb, dass manche sich Sorgen machen, aber ich hab selten so gelacht. Sonst macht man sich auch keine Sorgen um mich, dann braucht es sich jetzt erst recht keiner machen.

Dieser abendliche Applaus ist auch nicht das Gelbe vom Ei, ich denke da gibt es deutliche bessere Arten der Wertschätzung.

Mich macht das alles ratlos, weil ich es nicht nachvollziehen kann. Und ich versuch mich der ganzen Hysterie so gut es geht zu entziehen, was aber irgendwie unmöglich scheint …

Und ich stimme einem Freund zu, dass man die Zeitumstellung wegen Corolla Corinna ruhig hätte absagen können.