Zum Glück zwingen

Mich muss man immer zu meinem Glück zwingen, das ist schon mein Leben lang so. Es gibt viele Gründe dafür, doch wenn man sie mal ganz nüchtern betrachtet, sind die meisten Gründe oder Argumente einfach nur Quatsch mit Soße. Sobald man mir etwas schenken möchte, was von tiefstem Herzen kommt, schlägt meine negative Seite wieder zu und meinem lieben Gegenüber bekommt anstatt riesengroßer Freude und Dankbarkeit leider einen Schwall negativer Argumente ab, die eigentlich alle mächtiger Bullshit sind. Dies tut mir sehr leid und es sind diese Momente und Situationen da gehe ich mir selber dermaßen auf den Keks, da kann ich mich gar nicht selber leiden und möchte mich für meine Dummheit ohrfeigen. Menschen, die einem helfen wollen, sind so dermaßen rar geworden … und was mache ich … ich stoße ihnen vor den Kopf. Wie sich fühlen weiß ich nur zu gut, geht es mir oft auch so. Trotzdem ist das keine Entschuldigung für mich, sich so zu verhalten, sind es doch teils Menschen, die einen lieben, und das vom ganzen Herzen und das ist ein wunderschönes Gefühl, und Menschen, die einem nur helfen wollten. Mir schlägt das Ganze diesmal sehr auf den Magen … es beschäftigt mich sehr. Letztes Jahr habe ich dummer- und dämlicherweise ein super Angebot von einem von mir sehr geliebten Menschen ausgeschlagen. Das Angebot war einfach klasse, und jetzt merke ich, wie sehr ich es bereue, das Angebot ausgeschlagen zu haben und ärgere mich richtig doll darüber, jedoch viel schlimmer ist, dass ich diesem sehr geliebten Menschen weh getan habe dadurch, was ich nicht wollte. Man wollte mir nur helfen, hat eher erkannt als ich, dass ich es gebrauchen könnte, und ich lehne ab … es geht mir nicht mehr um das Angebot, das ist weg und kommt nicht wieder, ich hatte meine Chance auf mein Glück, es geht mir um die Gefühlslage meines Gegenübers, was ich vollkommen außer Acht gelassen habe, was mir nun sehr leid tut. Auch wenn wir gegenseitig unsere Gründe und Argumentationen verstehen, ist es trotzdem einfach Käse … warum kann ich nicht mal einfach etwas annehmen, dieser Mensch liebt mich und möchte mich nichts Böses, das weiß ich und dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Ich würde diesem Menschen mein Leben anvertrauen und doch bin zu doof und zu dämlich etwas anzunehmen, wenn man mir helfen möchte. Es ist unglaublich wie man so sein kann manchmal … aus irgendeinem Grund muss ich mich quälen und verwehre mir mein Glück, dabei steht es manchmal einfach vor der Tür und ich muss es nur reinlassen. Es ist doch ein schönes Gefühl, wenn jemand an einen denkt und jeder hat etwas Glück verdient. Ich bin mal mutig und sage für mich selber „ Das nächste Mal wenn mir jemand etwas Gutes tun möchte und mir etwas geben möchte und mir einfach nur helfen möchte, dann nehme ich es, ohne wenn und aber und ohne diese Gedanken, die ich immer habe dazu. Ich habe keine Lust mehr mir mein Glück zu verbauen„ , dies verspreche ich mir selber, denn ich möchte mir nicht immer selber mein Glück verwehren, das muss ein Ende haben, ich möchte nicht mehr … auch nicht die Gefühle von meinem geliebten Gegenüber zu verletzen.

Das war 2020

Ich mag eigentlich diese Jahresrückblicke nicht, aber dieses Jahr war ein sehr besonderes Jahr für mich, denn es sind unglaubliche Dinge passiert. Da doch recht viel passiert ist, beschränke ich meine Rückblick auf zwei Themen.

Es fing gleich Anfang des Jahres an. Ich war ein Kunstbanause und habe mich aber darauf eingelassen mir das Ganze doch mal zeigen zu lassen. Wie immer hatte der liebe Ronald eine Engelsgeduld und ganz viel Motivation an den Start gelegt … rückblickend betrachtet, konnte da nichts schief gehen, dass ich der Kunst nicht verfalle und ich bin ihr sehr verfallen, es macht Spaß und der Kopf kommt auf ganz andere Gedanken und es befreit. Und so ist eine Kleckserei nach der anderen entstanden, mein Favourit ist und bleibt mein „Zwilling„, eine Zusammenarbeit mit Ronald. Es ist und bleibt mein bestes Werk, war auch die Entstehung sehr interessant und einfach eine tolle Erfahrung. Es sind noch so einige Bilder danach entstanden und es wurden immer mehr Techniken ausprobiert. Das Pouring hat es mir sehr angetan, allerdings hat jede Technik oder alles, was man ausprobiert, etwas für sich. Alles ist besonders, man muss sich nur darauf einlassen.

Ein anderer Teil der Kunst ist das Knipsen. Vor etlichen Jahren hatte ich den ersten Versuch einen Film zu knipsen gemacht. Es hat mir Spaß gemacht, das Ergebnis war zufriefenstellend. Doch ich hatte damals aufgehört … warum … bestimmt wg. Zweifeln, Unsicherheit und dem Zwang sich immer vergleichen zu müssen. Doch dieses Jahr hat sich das geändert und ich griff zu meiner Minolta und sehr zu meinem Erstaunen damals war ich wieder zufrieden mit meinen Aufnahmen und es wurde wieder das Knips-Feuer in mir entfacht. Ronald war so lieb und hat mir eine Lomo LC-A ausgeliehen. Anfangs war ich nicht überzeugt, dass ein Film in die Kamera rein passt, aber er passte. Ich war entzückt von ihrer Größe und … ja eigentlich auch ihre Einfachheit. Einfachheit heißt auf keinen Fall schlecht, auch wenn es viele anders sehen und es immer mega kompliziert sein muss, damit etwas toll wird. Als der erste Film mit der Lomo durch war, war ich Feuer und Flamme für sie und hab mich richtig verliebt in sie. Ich durfte noch einen Film mit ihr knipsen und ich war noch begeisterter als beim ersten Film. Mit der Lomo konnte ich in die Richtung gehen in die ich fotografisch wollte und das war toll und ich war und bin so dankbar, dass ich sie kurz danach mein Eigen nennen konnte. Danke mein lieber Ronald für dieses großartige Geschenk. Ich liebe meine Lomi. Mit ihr jage ich nun ein Film nach dem anderen durch. Mein Favourit ist ein SW-Abzug von einem Farbfilm-Negativ. Das war toll das einfach, ohne viel darüber nachzudenken, ausprobiert zu haben.

Ich fotografiere gerne und lasse mich inzwischen auch sehr gerne fotografieren. Es hat mich sehr sehr viel Überwindung gekostet und ich wollte es damals fast hinschmeißen, aber nach und nach und mit viel Arbeit von mehreren Seiten wuchs das Vertrauen in mir und die Aufnahmen können sich auf jeden Fall sehen lassen und ich bin jedes Mal sehr zufrieden und sehr dankbar, dass immer im richtigen Moment geknipst wird. Es ist eine tolle Erfahrung. Hier habe ich keinen  Favouriten. Ich dachte gerade noch das Wörtchen leider hinzuzufügen, aber ich finde es überhaupt nicht schade, dass ich keinen Favouriten habe, denn es sind einfach so dermaßen viele Bilder, die ich richtig richtig klasse finde und meine Favouriten sind. Danke an den besten Fotografen, der immer das gewisse Extra in einer Aufnahme fest halten kann. Danke lieber Ronald für die tollen Aufnahmen. Die Zusammenarbeit ist immer wieder toll und einzigartig.

Dann war oder ist ja noch Corona … mein Alltag hat sich durch Corona eigentlich so gut wie gar nicht verändert. Doch durch Corona und einige andere Umstände ist etwas entstanden, was ich nie für möglich gehalten hätte und es von mir auch nie geplant oder irgendeine Absicht war, dass dies entsteht. Es ist eine unglaubliche und wunderschöne Erfahrung, die ich nicht missen möchte und nur mit diesem einen Menschen machen würde. Auch wenn es so einige negative Seiten gibt, bereue ich nicht, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Ich bereue nicht, dass ich den Mut dafür aufgebracht habe, wovon viele einfach nur reden und ich es einfach getan habe, auch wenn der Weg nicht einfach war dahin und auch im Moment nicht ist, bin ich einfach unendlich dankbar, dass ich das erleben und diese Erfahrung machen darf. Es ist und bleibt für mich eine Sache der Unglaublichkeit und Dankbarkeit.

Mein lieber Ronald, ich danke DIR aus tiefstem Herzen für das, was du mir dieses Jahr gezeigt und nahe gebracht hast und vor allem ermöglichst hast, ohne dich wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Lieben Dank für Lomi. Ich danke dir auch für das, was wir alles unternommen haben, worüber wir gelacht haben und vieles mehr. Ich hoffe, dass wird nächstes Jahr so weiter gehen und wir klecksen und knipsen zusammen oder treffen uns mal einfach so zum Quatschen.

Mein lieber anderer Mensch, der du das hier nicht lesen wirst … was soll ich sagen, du hast so dermaßen positiv mein Leben verändert und auf positiv auf den Kopf gestellt … ich sag einfach nur DANKE!.

Ich danke allen in meinem Leben, die dieses Jahr mit mir bestritten haben und es so positiv geändert haben und ich bin dankbar für all die Erfahrungen und was sie für einen positiven Einfluss auf mich hatten und ich dadurch mehr Selbstvertrauen und vor allem Selbstakzeptanz gelernt habe. Ich habe (meist) gelernt, dass man sich nicht vergleichen soll, habe gelernt zu mir zu stehen, so wie ich bin. Ich habe gelernt wieviel Mut ich aufbringen kann. Ich habe gelernt, dass ich aus mir heraus kommen kann und vieles mehr, dafür bin ich sehr dankbar, auch dafür, dass ich endlich eine Freizeitbeschäftigung gefunden habe, die mich erfüllt.

Danke 2020, du warst ein wunderbares, aufregendes und unglaubliches Jahr!

Vor einem Jahr

Vor einem Jahr hatte ich das ganz große Glück, dass es mich aufgrund dienstlicher Belange in die USA verschlagen hat. Ich wollte schon immer mal ganz weit weg von zu Haus sein … am liebsten wollte/will ich nach Kanada, speziell Vancouver, einer meiner größten Lebensträume.
Dienstlich gesehen hatte es mich nach Bellevue verschlagen, in der Nähe von Seattle. Da Bellevue keiner so wirklich kennt, war ich der Einfachheit halber in Seattle. Für mich war das Dienstliche eigentlich nebensächlich und naja … nicht nur eigentlich … es war total nebensächlich, da fachlich leider nicht so viel dabei war für mich. Jede freie Minute war ich draußen unterwegs und hab mir so viel angeschaut wie es nur ging und hab ein Foto nach dem anderen gemacht, um alles für meine Lieben zu Hause bestmöglich festzuhalten und ihnen zeigen zu können, wie es da drüben so wirklich war. Ich bin zwar nicht mehr so der Fan der digitalen Knisperei, aber dort musste es sein und es wurde alles fest gegalten was ging, wer weiß ob ich jemals nochmal dahin komme. Nachdem das Dienstliche erledigt war, hatte ich noch ein paar Tage Urlaub ran gehangen. Ich hatte die Gelegenheit mir Seattle anzuschauen, eine wunderschöne Stadt direkt am Wasser mit einem wunderschönen Ausblick an dem ich mich gar nicht genug satt sehen konnte. Übertroffen wurde dieser Ausblick und das Drumherum nur von Vancouver, wo ich 1,5 Tage verbringen konnte und es war atemberaubend und unglaublich für mich endlich in Vancouver zu sein und mir meinen lang gehegten Lebenstraum zu erfüllen und das mit unter 30. Ich hätte gedacht, dass ich es vllt. mal mit 50 oder 60 nach Vancouver schaffen würde oder evtl. auch gar nicht, aber dass ich es so früh schaffe, hätte mich mir nie träumen lassen. Es war und ist unbeschreiblich toll für mich gewesen und ich würde sofort wieder hinreisen.
Aus heutiger Sicht hat mich diese Reise sehr verändert … manche sagen, dass ich wie ein anderer Mensch geworden bin … vor allem selbstbewusster. Wenn ich in mich reinhöre, war dieses Reise, dass was ich im Leben mal gebraucht hatte. Allein ganz ganz weit weg von zu Hause … egal aber USA, Kanada oder sonst wohin, hauptsache ganz ganz weit weg, so viel Abstand wie möglich zum Alltag bekommen und auch mal zu den mich umgebenen Personen, was jetzt nicht negativ klingen soll.
Diese Reise hat mich verändert, sodass ich Dinge mache, die ich vorher nicht mal in Betracht gezogen hätte und nun tue und sie schön sind … sehr schön sogar und ich bin unendlich dankbar für diese Erlebnisse und auch für die, die dazu führten.
Trotzdem bin ich sehr traurig und enttäuscht, dass es niemanden so richtig interessiert hat, wie es da drüben war … meine Bilder wurde nur bis Tag 2 oder 3 (von 10) angeschaut, d.h. die Bilder von meinem Lebenstraum hat noch keiner gesehen … das macht mich sehr traurig, war es für mich eine mega tolle und vor allem wichtige Sache, die ich nicht in Worte fassen kann. Bilder sind das Eine, es in Worten zu erzählen das Andere, aber auch hier war das Interesse nicht größer. Ich war so glücklich gewesen da drüben zu sein und diese vielen Bilder und Erinnerungen in mir zu haben und bin auch immer noch glücklich deswegen, auch wenn ich Angst habe, dass die Erinnerungen zu schnell verblassen werden.
Es ist ein Erlebnis was ich wohl nur mit mir selber teilen werde … aber es war eines der besten und schönsten Erlebnisse meine Lebens. Danke!

Vancouver