Auf die Ohren

Ich höre eigentlich sehr gerne Musik, doch seit geraumer Zeit geht das nicht mehr. Um genauer zu sein seit letztem Jahr, seit unserem Vollcrash, der so einiges irreparabel beschädigt hat … leider. Seitdem habe ich es drei Mal geschafft Musik zu hören, nicht lange, danach wurde es unerträglich. Diese drei Male fühlten sich gut an und ich dachte, dass es jetzt wieder geht, aber dem war nicht so. Es ist egal welche Musik läuft, sei es traurige oder gute Laune Musik, nach kurzer Zeit fühlt es sich nur noch wie eine Qual an und ich muss sie ausschalten. Im Moment kann ich sie nur hören, wenn sie bei dir leise im Hintergrund läuft, anders geht es gegenwärtig nicht. Den Grund kann ich selber nicht sagen. Wenn es nur bestimmte Musikstücke wären, würde ich es verstehen, aber dem ist nicht so. Die Musik fehlt mir schon, aber ich weiß wenn ich sie anmache, dann mache ich sie gleich wieder aus … bleibt nur abwarten und Geduld haben.

An Tagen wie diesen …

… wo gefühlt alles schief geht und irgendwie auch nicht. Die Familie, die man sich nicht aussuchen kann, hat sich angekündigt und wünscht sich meine TripleSchokoSchockCookies. Kein Problem dachte ich mir, die wollte ich schon seit langer Zeit mal wieder backen, denn irgendwann haben auch die Zutaten ein Todesdatum, was aber zum Glück noch etwas dauert, was man vom armen Pudding letztens nicht sagen kann. Ich fing an alle Zutaten zusammen zu suchen, während die Butter in der Mikrowelle wieder ihre legendäre Flugshow hinlegt, zum Glück gibt es Abdeckhauben. Während ich danach den Mixer quälte oder er mich, das weiß ich bei diesem Teig immer nicht, wer am Ende geschaffter ist, der Mixer, der jeden Moment droht in Rauch aufzugehen oder ich nach meinen Fitnesskurs „SchokoSchock für Fortgeschrittene“. In dem Moment wusste ich wieder warum es die Cookies nicht oft gibt. Heute war es aber anders, noch schwerer als sonst … ich ging nochmal in mich, ich muss etwas falsch gemacht haben. Ich gehöre nicht zu denen, die die Schuld bei den anderen suchen, nein ich schaue zuerst bei mir. Ich ging Posten für Posten das Rezept durch und da war der Übeltäter, ein Stück Butter fehlte … ja ein Stück sind halt nur 250 g und nicht 500 g, wie ich kurz nach dem Aufstehen dachte. Was für ein dummer Fehler, passiert mir das doch sonst nicht. Ich war mit meinen Gedanken woanders – wahrscheinlich war ich wieder bei dir, wie immer. Das fehlende Stück Butter war schnell hinzugefügt und der Teig fühlte sich schon besser an, so muss er sein. Kurz bevor der Teig fertig ist, müssen die Knethaken getauscht. Ist ja kein Problem und kinderleicht. Ist nur blöd, wenn man mit den Gedanken nicht bei der Sache und beim Rausziehen der Knethaken ausversehen den Mixer wieder einschaltet und vor Schreck nicht ausschaltet und sondern ein paar Stufen höher dreht, damit die Teigpampe auch wirklich in der letzten Ecke der Küche landet. So ne verdammte … na ihr wisst schon. Ich habe schlimmer geschimpft als ein Rohrspatz. Oder wie ein Rohrspatz? Ich glaube als ist richtig. Und eigentlich ist mir das auch egal, jeder versteht mich und es machen so viele Menschen falsch. Die Familie sieht das anders. Ich habe nichst gegen sie und ich habe auch nichts gegen Lehrer … aber Lehrer in der Familie können echt anstrengend sein und gerade beim als und wie werde ich doch des Öfteren belehrt und das es ja so einfach wäre und man nicht verstehe warum das so viele falsch machen. Ja ist es auch einfach, aber man redet einfach und denkt nicht nach, vor allem nicht, wenn man stinksauer ist, weil die Küche schlimmer aussieht als nach meiner gestrigen Farbschlacht, die mich gestern sehr unzufrieden und bockig gestimmt hat. Eine Nacht später hat sich das Blatt jedoch gewendet und ich war sehr positiv überrascht von meinem Bild. Nach meiner trotzigen Bockphase hätte ich nicht gedacht, dass nach dieser Farbschweinerei noch etwas Brauchbares raus kommt. Nach dem Teig-Malheur machte sich die alte „Kriegsverletzung“ wieder bemerkbar, die vor einiger Zeit wieder aufgegangen ist und nun einfach nicht heilen möchte und zeitweilig bei jeden Schritt schmerzt. Da hatte das Krümelrodeo doch was Gutes mal nicht daran gedacht zu haben. Aber wie sagt man so schon, ein Indianer kennt keinen Schmerz. Darf man das heute eigentlich noch sagen oder ist man dann gleich wieder rassistisch oder so? Irgendwie darf man heutzutage ja eh nicht mehr seine Meinung äußern, obwohl es ja eigentlich eine Meinungsfreiheit gibt. Aber sobald man etwas sagt, ist man gleich rassistisch, ein Nazi, usw. Dabei ist man das gar nicht und wollte nur seine Meinung kundtun, was das Recht von jedem ist … dachte ich jedenfalls. Man soll ja auch nicht mehr denken, sondern soll alles Häppchenweise vor die Nase gestellt bekommen. Komische Welt, die immer öfter nicht mehr Meine zu sein scheint.

Cewe

Wenn ich in meinem Kleinbild-Munitionslager schaue, fallen mir immer wieder meine Farbfilme ins Auge. Als ich mit der Analogfotografie angefangen hatte, war mein erster Film ein SW-Film, dann war erstmal Pause bei mir, es war eine lange Pause, das warum sei mal dahingestellt. Um wieder in das Knipsen rein zu kommen, nahm ich damals einige Farbfilme, um zu üben. Ich wollte damals nicht gleich meine SW-Filme verballern, sondern erstmal schauen, ob es noch was für mich ist und ich es noch irgendwie kann. Eigentlich mag ich die analoge Fotografie nur in schwarz-weiß, doch sind etliche Farbfilme in meinem Besitz und dank des lieben Lichtbildpropheten haben sich die Farbfilme vor kurzen bestimmt vervierfacht, worüber ich mich sehr gefreut habe. Denn dank meiner Lomi macht mir das Knipsen in Farbe wieder Spaß. Mit den anderen Kameras ist es mir zu langweilig, es kann schon etwas verspieltes, rotziges und unscharfes sein. Da ist die Lomi einfach perfekt.

Doch was tun wenn der Farbfilm durchgeknipst ist? Früher habe ich die Fime zu dm gebracht und habe gleich Abzüge machen lassen. Da dies immer geklappt hatte, hatte ich auch diesmal meinen Film bei dm abgegeben und somit in die vertrauensvollen Hände von Cewe gegeben. Nach gut zwei Wochen schaue ich bei dm vorbei. Voller Erwartung durchwühle ich das Fach und finde meinen Film. Fast hektisch vor Aufregung öffne ich die Packung, um zu schauen wie mein erster Farbfilm mit der Lomi geworden ist. Ich blättere schnell durch und es macht sich eine Mischung aus Verwirrung und Enttäuschung breit … irgendwas ist schief gelaufen, aber gewaltig schief gelaufen. Ich tätigte erstmal meinen Einkauf, bis ich mir in einer ruhige Ecke nochmal die Abzüge anschaute … so langsam dämmerte es mir … ich warf einen Blick und die Negative und dann bestätigte sich mein Verdacht. Der Film wurde in einige Streifen geschnitten. Ist ja auch normal und richtig so, jedoch muss man dabei Aufpassen, dass man die Bilder nicht zerschneidet und genau das ist bei meinem Film passiert, sodass fast alle Bilder nur aus dem Anfang vom einen Bild bzw. aus dem Ende von einem anderen Bild besteht, denn auch bei der Herstellung der Abzüge hat keiner einen Blick drauf geworfen, dass das auch schief geht, wenn ein Negativstreifen nur mit einem halben Bild anfängt. Ich war enttäuscht und sauer, stinksauer. Wer auch immer bei Cewe sich so liebevoll um meinen Film gekümmert hat: Danke fürs Versaubeuteln. Ich weiß ja nicht wie das abläuft bei Cewe. Aber ich gebe meinen Film extra ab, damit was aus dem Film wird und er professionell bearbeitet und dann hat einer keinen Bock auf seine Arbeit und ich hab Filmsalat. Vielen Dank Cewe für das tolle Benutzererlebnis und es gibt einen klaren Daumen nach unten.

Gewisse Tage

Frauentag … so ein Schwachsinn. Ich weiß mit dieser Aussage hetze ich so einige Frauen gegen mich auf, aber das interessiert mich nicht die Bohne. Es ist genauso ein Bullshit wie Valentinstag, Herren- oder Vatertag und auch Muttertag. Jeder dieser Tage ist doch nur für die Blumenhändler und Pralinenverkäufer da, und auch in normalen Supermärkten wird so ein Hype darum gemacht, ich verstehe es nicht, alles muss in Herzform und rosarot und plüschig sein oder in Blumenform. Es gibt sogar Mini-Mozzarella-Herzen … warum? Ich esse liebe die normalen unförmigen Kugeln, die schmecken genauso oder besser, weil ohne Kitsch und Plüsch. Am liebsten würde ich einen Abrisshammer nehmen und auf alles was damit zu tun hat einschlagen, weil es für mich unnütze Sachen sind.

Wenn ich jemanden liebe und ihm etwas schenken oder Gutes tun möchte, dann muss es nicht an diesem einen Tag im Jahr sein. Es gibt mind. 365 Tage im Jahr, wo man jemanden sagen kann wie sehr man ihn liebt oder ihn gerne hat und ihm was schenken kann, was Gutes tun kann und was weiß ich alles. Das geht auch an allen anderen Tagen und ohne Mini-Mozzarella-Herzen und anderen rosaroten Plüsch.

Am heutigen Frauentag sehe ich nur einen Vorteil, und zwar, dass er endlich mal ein Wochentag ist und ich frei habe und die Menschen am Weißwurst-Äquator dürfen schuften. Nun ist es endlich mal umgkehrt.

Verständnis

Ich soll überall Verständnis haben. Verständnis hier und Verständnis da und Verständnis für die Vergangenheit und für die Zukunft. Sonst noch jemand ohne Verständnis-Fahrschein? Und wer hat eigentlich mal für mich Verständnis? Vor allem in meiner jetzigen Situation?Manchmal habe ich einfach keine Lust mehr Verständnis zu zeigen, irgendwann ist auch bei mir Schluss.

Seit über den zehn Jahre verkaufe ich privat alles was mir in die Finger kommt, wenn es keiner mehr in der Familie haben möchte und ich es damit vor der Mülltonne retten kann und jemand anderes sich darüber freuen kann. Also wird alles verkauft, was auch nur Ansatzweise für verkaufswürdig gehalten wird, auch wenn es teils Jahre zum Verkauf steht, irgendwann findet sich jemand und ich habe in der Hinsicht Gelduld, sehr viel Geduld. Ich schmeiße ungerne Sachen weg. Letztens beim Schrank ausmisten hatte ich wieder so einiges zum Verkaufen gefunden. Also schnell Bilder gemacht, ein bisschen was geschrieben dazu und schon standen die Sachen in der Bucht und in der kleinen Bucht online. Anders als erwartet, ploppten gleich etliche Nachrichten auf und es wurde ein Kaufinteresse nach dem anderen bekundet. Ich mag ja Käufer, die gleich mehrere Sachen kaufen, aber wer mag das nicht. Eine Klein-Buchtlerin bekundet an mehreren Anzeigen ein Interesse, es war an einem Freitagabend. Meist gebe ich bei Mehrfachkäufen einen kleinen Rabatt. Ich schicke ihr den Gesamtpreis und frage, ob die Sachen verschickt werden sollen. Es kommt erstmal keine Antwort, aber das kenne ich und stört mich nicht mehr. Am Sonntag Mittag kommt dann doch eine Antwort in mein Postfach geflattert, man wolle es abholen. Ich bin eigentlich gegen Abholung, gerade in der aktuellen Situation und weil die Buchtler dann meist doch nicht kommen. Ich schlage gleich den Montag mit Uhrzeit vor, passt auch bei ihr sofort die Uhrzeit. Dann war es Montag und schon eine halbe Stunde nach der vereinbarten Zeit … das kommt mir doch bekannt vor. Es ploppt die Nachricht auf, man schaffe es nicht und bittet um Verständnis. Beim ersten Mal habe ich meist Verständnis, kann doch immer was dazwischen kommen. Ich schlage Dienstag die gleiche Zeit vor, diesmal, so wurde mir versichert, wird es klappen. Es war Dienstag und die gleiche Uhrzeit und meine Türklingel bimmelte nicht, aber inzwischen habe ich auch nichts anderes erwartet. Es kam auch keine Nachricht. Die kam erst am nächsten Morgen, man war noch in einem anderen Bezirk und hätte es nicht pünktlich geschafft und man bittet um Verständnis. So langsam ist meine Verständnis aufgebraucht, ich hab meine Zeit nicht im Lotto gewonnen, entwender man möchte kaufen oder einfach nein sagen, das gehört dazu. Ich antworte ihr, dass ich es ihr gerne zuschicke, da ich keine Lust mehr habe ständig versetzt zu werden und mit meiner Zeit was Besseres anfangen kann. Sofort kommt ein Antwort mit etlichen Entschuldigungen und wieder bittet man mich um Verständnis … ich komme mir vor wie bei der S-Bahn. Ich bekomme einen neuen Abholtermin vorgeschlagen, Freitag irgendwann nach dem Frühstück … tja blöd gelaufen, da bin ich arbeiten, und ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit habe zur Arbeit zu gehen. Ich lehne den Termin ab. Es kam keine Antwort. Dann war es Freitag und ich bekam die Nachricht, dass man gleich da sei … meine Augen wurden größer … ich scrollte im Chat nach und sah zum Glück die Nachricht, dass ich den Termin abgesagt hatte. Ich antworte ihr, dass ich nicht da sei. Die Antwort kam unverzüglich mit der Frage, ob ich meine Arbeit nicht unterbrechen könne und schnell nach Hause fahren kann und ihr die Sachen geben könnte, man bittet um Verständnis, weil keine Zeit da ist. Ja ich hab auch keinen Zeitscheißenden Esel, der mir gemütlich hinterher trottet und mir regelmäßig mal ein klein bisschen Zeit auskackt. Nein der hat sich wie Apollo 13 auf die Bahngleise gestellt als der Zug kam. Tja dumm gelaufen, keine Zeit da. Warum auch immer war ich erstaunlich ruhig und es glitt immer noch alles an mir wie an einer Teflonpfanne ab. Sonst hätte ich nicht mehr drauf geantwortet, aber ich tat es dann doch, warum auch immer. Ich schrieb, dass ich es versende und es nicht mit abgeholt werden kann. Zu meinem erstaunen war man einverstanden … wir tauschten die relevanten Daten aus, nach zwei Tagen war das Geld immer noch nicht eingangen, ich hakte nach. Man wolle es doch abholen und bittet um Verständnis, weil die Päckchenpreise so teuer sind … ich mach die nicht. Ich antwortete einfach nur „Nein“ und stellte alle reservierten Anzeigen wieder zum Verkauf. Jetzt war das Fass voll und ich hatte keinen Bock mehr auf die ganze Nummer und iwelches Scheiß-Verständnis. Tage später kam eine Nachricht (inzwischen 1,5 Wochen nach der ersten Anfrage), dass man gesehen hat, dass ich die Anzeigen wieder online gestellt habe, obwohl von ihr doch ein Kaufinteresse besteht. Ich antwortete einfach nur, dass das Pech für sie ist, aber ich mich nicht zum Narren halten lasse. Eine Sekunde später war der Chat von mir gelöscht. Vorgestern kam wieder eine Nachricht, sie hat Ausdauer … die Zeit, die zum Schreiben braucht, hätte sie nutzen können um das Geld zu überweisen oder ihren Allerwertesten zum vereinbarten Zeitpunkt hätte herschwingen können. Diesmal kam, dass man um Verstöndnis bittet, dass die weibliche Erzeugereinheit ihrerseits plötzlich ins Krankenhaus musste und man sich jetzt um die Tasche und vor allem um die Katze kümmern muss. Bei solchen Aussagen bin ich immer skeptisch … vertraue ich einer mir fremden Person solchen Informationen an? Ich würde es nicht tun. Es ist eine 50:50-Chance, dass diese Aussagen der Wahrheit entspricht, wenn dem so sein sollte, dann gute Besserung und Genesung, aber der Zug für die Anzeigen ist trotzdem abgefahren und mein Verständnis tummelt sich grad im negativen Bereich herum. Es ist alle, ich hatte kein Bock mehr und löschte einfach den Chat. Für mich ist die Sache erledigt. Ich hatte genug Verständnis und Zeit geopfert.