Vorbei – Nachtrag

Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, ein Klassiker zu Weihnachten und auch einer meiner absoluten Klassiker, egal ob Buch oder Film. Ich hatte mal eine Tradition … jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit habe ich die Verfilmung geschaut, entweder die Zeichentrickversion oder die mit Patrick Stewart … ich liebe beide Versionen und ich liebe dieses Geschichte einfach … hat sie doch so einen moralischen Wert und regt zum Nachdenken an. Viele Menschen sollten sich diese Geschichte mal zu Gemüte führen und sich mal wieder besonnen und Wertschätzung lernen. Leider ist es für mich nun das zweite Jahr in Folge, wo ich sie wieder nicht gesehen habe und ich meine Tradition gebrochen habe … das macht mich sehr traurig … auch wenn manche sagen, dass es doch nur ein Film bzw. Geschichte ist, aber mir bedeutet sie etwas, sehr viel sogar …

Vorbei

Nun ist Weihnachten vorbei … dieses Jahr ist alles anderes gewesen, was nicht nur mit Corona zu tun hatte … ob besser oder schlechter kann ich nicht sagen, mal so, mal so denke ich … Betrachtungssache.

Heiligabend verließ ich kurz nach halb sieben das Haus, es ist dunkel, nieselig und kaum ein Mensch unterwegs, eine rechte Weihnachtsstimmung kommt  nicht bei mir auf … wie jedes Jahr. Ich mag es sehr, früh morgens allein unterwegs zu sein, die Ruhe zu genießen bevor ein trubeliger Tag beginnt. Es ist insgesamt eine teils gedämpfte Stimmung spürbar, was angenehm war. Abends wurde der erste Teil der Familie abgearbeitet … erstaunlicherweise lief mal alles friedlich ab.

Am ersten Feiertag, ist erstmal ausschlafen angesagt, naja oder einfach liegen bleiben und mal die Seele baumeln lassen und den Gedanken im Kopf mal etwas Ruhe und Raum  geben. Sie haben eine sehr schwierige Aufgabe zu lösen.
Abends beim zweiten Teil der Familie kommt man zur Ruhe und wird nachdenklich. Eine meiner mir liebsten Personen konnte ich leider nicht sehen … das war sehr traurig für mich und ich habe sie schmerzlichst vermisst, dies ging mir schon am Tag davor so und auch am nächsten Tag und eigentlich vermisse ich sie immer.

Am zweiten Feiertag war die Schwiegerfamilie dran … sechs Stunden  Kinder bespaßen und drei Lehrkräften beim Schnattern zu hören … puhh … da ist man fertig hinterher … vor allem wenn der Große so ein Raufbold ist und immer nur rum schreien kann. Ich liebe Kinder, aber es ist schön, dass man dann iwann auch wieder geht. Klar mit den eigenen Kindern wäre es was anderes.
Die Essenplanung mit der Schwiegerfamilie fing schon Wochen vorher an. Ich hatte drei Ideen und alle kamen sehr gut an … also hatte ich drei Vorschläge als Wünsche geäußert, was es zu den drei unterschiedlichen Zeitpunkten zu Essen geben kann und die waren eigentlich auch fix, weil alle zufrieden waren damit … kurz vor Weihnachten fragte ich mal nach, denn es wurde die ganze Zeit geschwiegen zu dem Thema … der Plan wurde komplett übern Haufen geworfen … aber was erwarte ich auch … ist halt die Schwiegerfamilie … da gehört man einfach nicht wirklich dazu, dass merkt man immer wieder, egal bei was … auch bei Unterhaltungen kommt man einfach nicht zu Wort und wenn doch wird einem nicht zugehört oder ins Wort gefallen … darauf hab ich keinen Bock und sitze dann lieber schweigend da … was soll ich auch erzählen … interessiert ja eh keinen …

Mein Fazit für dieses Jahr Weihnachten … drei Tage nur asiatisches Abendessen ist öde auf Dauer, aber was tut man nicht alles für den Familienfrieden. Ich bin und werde ein grinchgrüner Weihnachtsmuffel bleiben und du hast mir sehr gefehlt.

Darf ich vorstellen … Lomi

Heute ist es endlich soweit und ich habe mein erstes Geschenk nun offiziell. Eigentlich habe ich sie schon seit dem Sommer, da ich seit dem ersten Film mega viel Freude an ihr hatte und jeder Schuss einfach nur Spaß macht, wollte der liebe Lichtbildprophet mich nicht auf die Folter spannen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar, sind doch in der Zwischenzeit so viele Bilder schon mit ihr entstanden. Und mit jedem Bild steigt meine Begeisterung ihr gegenüber. Ach da fällt mir auf, ich ha  sie noch gar nicht vorgestellt. Was kann ich zu ihr sagen … eindeutig ist sie einfach klein, süß und knuffig, das ist immer mein erster Gedanke, wenn ich sie sehe und in die Hand nehme. Sie ist so klein und kompakt und passt in jede Jackentasche. Andere schleppen sich an ihrem digitalen Knipsmaschinen und Zubehör eins ab, ich stecke sie einfach ganz kühl in meine Jackentasche und evtl. noch einen Ersatzfilm und dann kann ich los ziehen mit ihr. Sie macht einfach tolle Bilder, ich weiß, dass ich den Auslöser zum Schuss betätige, aber sie ist es, die das Bild besonders macht. Sie kann kann ordentlich sein und macht scharfe Bilder, ich mag es aber auch wenn sie mal das kleine Ferkel in ihr rauslässt und schöne unscharfe Bilder macht, schön rotzig halt. Dafür ist sie die perfekte Kamera. Da fällt mir ein … ich hab sie immer noch nicht vorgestellt … gestatten: „Mein Name ist LC-A, Lomo LC-A.“ Diese kühle Kamera hat zwar manchmal ihre kleinen Macken, aber die habe ich auch und wir kommen super miteinander zurecht und inzwischen habe ich das zarte, manchmal energische, Händchen was sie beim Einlegen der Munition benötigt. Dafür schenkt sie mir immer immer zwei bis vier mehr Schüsse als andere Kameras. Es ist ein Geben und Nehmen. Auch wenn sie es kühler findet Lomo genannt zu werden, geht das nicht für mich, fafür ist sie einfach zu niedlich. Da ich sie immer klein und süß nenne, dachte ich mir, ich gebe ihr einen Spitznamen, dauert sonst immer so lange, wenn ich alles sage … deshalb kurz und knackig … Lomi💚

Aus tiefstem Herzen danke ich dir mein lieber Ronald für dieses wunderbare Geschenk. DANKE💚🥰😍😘

Gestatten: Lomi

Einfach mal richtig anschauen …

Nun ist wieder Lockdown … es war auch nicht anders zu erwarten und nur eine Frage der Zeit. Aber ich möchte mich nicht über den Lockdown auslassen oder gar Politik … nein das ist nicht mein Thema … ich mag Politik nicht, das ist mir zu anstrengend und ich bin gleich auf Warp-Geschwindigkeit.
Eine Feststellung, die ich für mich selber schon lange gemacht habe und es eine Sache ist, die ich vermisse. Durch die Tragerie der Masken schaut man sich mal wieder in die Augen. Und ich meine richtig in die Augen, nicht nur einmal flüchtig über die Augen huschen, sondern mal kurz hinter die Oberfläche geblickt. Es ist zwar auch nicht viel und immer noch sehr oberflächlich und ich bekomme es nur bei wenigen mit, die das bewusst wieder machen. Aber es freut mich, dass wenigsten ein paar ganz wenige Menschen das merken bzw. mal ein Mü hinter die Oberfläche schauen. Es ist besser als nichts.
Letztens sagte ein Kollege zu mir, dass er festgestellt hat, dass er seinen Mitmenschen wegen die Maske etwas länger in die Augen schaut und erstaunt ist wie viel die Augen sagen. Es war ein Moment in dem ich den größten Engels-Chor hab singen hören. War ich überrascht und fast sprachlos. Wir diskutierten noch friedlich eine Weile weiter, ich sagte ihm meine Meinung diesbezüglich über die Menschen. Warum auch immer war er erstaunt von mir, dass manche Worte aus meinem Mund kamen, obwohl ich in seinen Augen noch so jung bin (er ist mehr als doppelt so alt wie ich).
Für unsere Gesellschaft sehe ich wenig Hoffnung. Jeder denkt nur an sich und die anderen sind egal, manchmal selbst im engsten Kreis. Dabei ist es nicht schwer jemanden mal länger und tiefer in die Augen zu schauen. Man muss es nur wollen und sich auch drauf einlassen, was in dem heutzutage angesagten Egoismus schwer ist. Ich finde es schade, sagen die Augen doch manchmal mehr als der Mund und geben so viel Preis, manchmal mehr als einem lieb ist. Ich schaue meinen Mitmenschen sehr gerne in die Augen, achte auf jeden Muskel der sich drum herum bewegt und jede Falte die entsteht oder geht. Ich beobachte Menschen sehr gerne, lernt man so vieles über sie und letztlich sind wir doch alle wieder gleich. Ich werde weiterhin jemanden tief in die Augen schauen, schauen wie es ihm wirklich geht oder was in ihm vor geht.

Überraschungen

… ich liebe Überraschungen, nur die Positiven versteht sich. Von negativen Überraschungen habe ich erstmal die Nase voll, davon gab es genug in letzter Zeit. Ich mag es sehr jemanden zu überraschen, demjenigen eine Freude zu bereiten. Ständig bin ich am überlegen wie dir mir wichigsten Personen in meinen Leben überraschen kann. Ansonsten werde ich natürlich gerne überrascht, ich mag es sehr.


Neulich wurde ich auch überrascht. Wie es Überraschungen so an sich haben, habe ich überhaupt nicht damit gerechnet und dementsprechend groß war die Freude, weil es eine tolle Überraschung von einem für mich ganz besonderen Menschen war, der mir ein Paar Ohrringe mit Eulenanhänger geschenkt hat. Die Eulenohrringe sehen so süß und niedlich aus, sie gefallen mir sehr und ich versuche sie so oft wie möglich zu tragen. Für mich ist es nicht nur ein Paar Ohrringe. Nein, diese Ohrringe sehen nicht nur total schön und niedlich aus, sie haben einen sehr großen emotionalen Wert für mich. Dieser Wert ist für mich so hoch, dass ich Sorge habe, dass ich versehentlich einen verliere, auch wenn mir sowas noch nie passiert ist, oder die Ohrringe aus welchem Grund auch immer beschädigt werden. Auch wenn ich diese Sorge habe, trage ich sie mit Stolz und sie erinnern mich immer an den besonderen Menschen, der mich überrascht hat.


Heute ist ein Tag an dem ich so einige Menschen überrasche. Erste Überraschung noch ganz früh am morgen, ich frage ob am Tag B Zeit ist, nur wenige Minuten später plingt die Antwort das Zeit ist, auf diese Antwort hatte ich gehofft und es freut mich richtig doll, ist es für mich teils ein besonderer Tag, auch wenn nicht mehr so doll wie früher. An diesem Tag und möchte ich nur Personen sehen bzw. um mich haben, die mir wichtig sind und dieses Jahr klappt es, worüber ich mich sehr sehr freue. Mein gegenüber am anderen Ende der Messenger-Leitung freut sich auch wahnsinnig. Es ist eine Freude, die man richtig gespürt hat, was mich sehr freut, denn die Überraschung ist gelungen.


Zweite Überraschung für manche immer noch kurz vorm Aufstehen, für uns beide nicht. Heute ist der Geburtstag der wichtigsten Frau in meinem Leben, meine Mama. Sie dachte, dass ich arbeiten muss und wir sind uns einig gewesen, dass wir schon groß sind und es nicht so schlimm ist, wenn wir uns nicht sehen. Arbeitsbedingt ist es mir leider nicht möglich sie abends zu besuchen. Der Zufall spielt mit und sie ist in meiner Wohngegend unterwegs. Natürlich kenne ich die Gewohnheiten und Abläufe. Kurz vor um bin ich an dem Ort, wo sie gleich eintreffen müsste … 1 min vergeht … 2 min vergehen … ich werde unruhig und laufe ihr entgegen, weiß ich zum Glück genau wo sie lang geht. Und dann sah ich sie und lief auf sie zu mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht … anders als erwartet weicht sie mir relativ weit entfernt aus … dann wurde der Abstand zwischen uns geringer und dann sah ich wie ihre Augen immer größer wurden und ein Strahlen auf ihrem Gesicht entstand, ein wunderschöner Moment. Sie hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass ich sie überrasche, in keinsterweise. Ich hatte die Vermutung, dass sie etwas ahnt, sind doch solche Überraschungen genau mein Ding und ich bin in der Hinsicht ein kleines Schlitzohr habe ich mir sagen lassen. Sie war der felsenfest davon überzeugt, dass ich schon schön brav und fleißig auf Arbeit sitze … Nein Mama nicht heute, heute hast du es verdient überrascht zu werden. Du tust so unglaublich viel für mich, du bist eine wahre Löwen-Mama und die beste Mama der Welt. Danke Mama, für alles und vor allem, dass es dich gibt. Es gab auch schon ein kleines Geschenk, dieses Jahr war ich (mit Unterstützung) kreativer und es gab etwas Selbstgemachtes. Ich mag selbstgemachte Dinge, sie sind so viel wertvoller als irgendetwas gekauftes. Ich geb zu, dass ich auch oft noch etwas kaufe, weil es manchmal mit dem Selbstgemachten nicht so einfach ist, aber es ist was draus geworden und sie hat sich wahnsinnig gefreut darüber und das ist für mich das Wichtigste. Was sie noch nicht weiß, dass es noch mehr Geschenke geben wird, nicht nur von mir und ich bin gespannt auf ihre Reaktionen.


Nachdem ich für zwei Überraschungen gesorgt hatte, hätte ich nicht gedacht, dass ich heute nochmal überrascht werde. Doch es war so, damit hätte icht nicht gerechnet, dass daran in dieser Form gedacht wird. Es hat mich sehr berührt und gefreut.


Für den heutigen Überraschungstag bin ich sehr dankbar.

Blues oder so

Winterblues oder was auch immer … ich glaub das trifft grad in einem noch nicht einschätzbaren Maße irgendwie auf mich zu … nicht viel, aber vllt. ein bisschen … ich fühl mich wie in einem Stimmungsloch, hab ich teils grundlos schlechte Laune, bin einfach traurig und deprimiert ohne Grund. Ich betrachte generell das Meiste negativ. Hab aber geschafft dies zu minimieren, was mir sehr gut tat und tut und auch mein Umgang mit meinem Umfeld erleichtert. Im Moment klappt das sehr schlecht, sehe ich fast nur das Negative bzw. zuerst das und mit etwas Nachdenken und einigen Worten dann doch das Positive. Auch mein mir sehr nahes Umfeld merkt das teils irgendwie und ich bekomme ab und zu mitgeteilt, dass manches, was ich sagte oder schrieb wieder ein negativer Einschlag war oder ich nur noch schlechte Laune hab und zickig bin. Und wie es zu mir passt, kann ich auch nicht anders als zweifeln, das machts aber auch nicht besser. Mit tut es leid, dass mein Umfeld es so schwer mit mir hat und die volle Ladung von mir abbekommt, weshalb ich auch manchmal eher die Einsamkeit oder das Schweigen vorziehe, möchte ich niemanden meine Negativität zur Last fallen. Es ist ja auch eine Sache zwischen mir und mir. Im Moment ist manchmal ist die kleinste Ablehung gerade wie ein Weltuntergang für mich und zieht mich dermaßen runter, obwohl ich weiß, dass es nicht so gemeint ist oder überhaupt nicht so schlimm ist wie ich denke. Ich weiß es eigentlich, nur im Moment weiß es ein Teil von mir nicht. Warum auch immer bin ich in dieser Phase … aktuell … ich weiß sie wird aufhören … der Abschied meiner Kollegin ging mir näher als ich dachte und es mir lieb ist. Sie wird mir fehlen. Ein anderer mir wichtiger Kollege hat sich gestern in den Urlaub verabschiedet. Wir sehen uns dann in einem Monat wieder, meinte er … uff ein Monat naja gut. Das macht meine Situation auf Arbeit nicht besser. Seit meinem Umzug fühle ich mich sozial abgeschoben … das macht mich unzufrieden und frustriert alles noch mehr als ich eh schon bin wegen irgendwelchen Dingen. Bald ist Weihnachten was meine Stimmung auch nicht hebt, sondern ich eher grinchgrün werde bei dem Gedanken daran. Heute startet die Dezember-Geburtstagswelle und diese hat schon einige Zeit vorher ihre Zeit in Anspruch genommen und für viel Stress gesorgt. Weihnachten tut das auch, muss ja jetzt wegen Corona alles neu gemanaget werden und jeder fühlt sich benachteiligt und laufend höre ich „du musst aber, sonst ist der- oder diejenige traurig“ oder „es ist ja kein Muss, aber es wäre trotzdem schön, wenn …“, also doch iwie wieder ein Muss. Warum muss ich mich eigentlich nach allen anderen richten? Nur weil ich die Jüngste bin? Auf sowas hab ich keinen Bock mehr und die grinchige Grummeligkeit steigt stetig.
Ich sehe mich ersetzbar und es werden andere vorgezogen, obwohl bekannt ist wie viel es mir bedeuten würde oder wie wichtig mir manches ist. Ich bin einfach unzufrieden, traurig, etc. kann es aber nicht so richtig erklären und möchte mich am liebsten in mein Schneckenhaus mit einer XXL-Tatü-Packung und ner noch größeren Packung Schoko-Eis zurück ziehen.
… geht aber nicht … denn das Leben geht weiter …also genug gejammert … Horn gerichtet … ich muss aus diesem Loch raus kommen und muss wieder positiver denken … für mich … . Ich mach auf in die Kälte und führe mal wieder die kleine Lomo aus zum Spazieren. Vielleicht finden wir ja mal wieder was knipsbares, vllt. hilft es auf andere Gedanken zu kommen.

Abschied

Heute muss ich Abschied nehmen. Es ist zum Glück kein Abschied für immer … diese Abschiede finde ich grausam. Nein, wir werden uns wieder sehen und darauf freue ich mich schon. Trotzdem bin ich traurig, warst du ein Halt für mich auf Arbeit, einer der wenigen, die ich habe. Ich kann es mehr als gut nachvollziehen warum du diesen Schritt gehst, geht es mir oft doch genau wie dir. Sechs Jahre kennen wir uns und waren wir für einander da und haben uns gegenseitig zugehört, einander geholfen und Mut zugesprochen. Das wird mir alles sehr fehlen. Nun jedoch brauchst du noch mehr Mut als vorher, denn erstmal wird es schwer für dich, aber du wirst das schaffen. Wenn es jemand schafft, dann du. Wir beide wissen, dass es für dich die richtige Entscheidung war, aus mehreren Gründen, teils sind es auch meine Gründe, ich muss jedoch am Mut arbeiten und einige anderen Dingen.
Ich werde dich vermissen, deine fröhliche und positive Art und deine offene Art an neue Dinge heranzutreten, deine Ehrlichkeit, unsere gemeinsamen lustigen Momente, unsere Mittagessen und vieles vieles mehr.
Ich bin dir sehr dankbar für alles und wünsche dir alles Liebe und Gute und freue mich jetzt schon auf unser Wiedersehen und was du zu erzählen hast. Und ich hoffe, dass dieser neue Weg dich glücklich machen wird und erfüllender sein wird.
Machs gut, wir sehen uns!

Du gehörst zu den wenigen, die mich verstanden haben als ich mit dem Klecksen angefangen hatte. Dies ist dein Abschiedsgeschenk, obwohl ich es eher als Glücksbringer für deinen Neustart sehe:

Neustart

Grinch-Tag

Gestern war dieser Stiefel-Befüller-Tag, auch Nikolaus genannt. Nach drei Jahrzehnten war das Jahr gekommen und ich hatte nichts in meinem Schuh … früher hatte meine Mutter mir immer liebevoll was in meinen Schuh gelegt und ich habe mich immer sehr gefreut und war ihr sehr dankbar, dass sie das gemacht. Das habe ich dieses Jahr wieder gesagt und wie jedes Jahr freut sie sich darüber. Ich weiß wie unschön das ist sich selber am Abend oder in der Nacht vor dem Nikolaustag was in die Schuhe zu legen und morgens dann aufzustehen und schon zu wissen was einen erwartet. Seitdem ich das seit ca. 5 Jahren selber mache, weiß ich wie sich meinen Mama immer gefühlt hat, weshalb ich es noch mehr Wert schätze, dass sie mich immer wieder mit einer Kleinigkeit überrascht hat. Selbstverständlich habe ich meiner Mutter und auch meinem Vater, als ich noch bei Ihnen wohnte, auch etwas Kleines in ihre Schuhe gelegt.  Dieses Jahr hatte ich keinen Bock mehr mir selber irgendwas auszusuchen und es in meine Schuhe zu legen … es macht keinen Spaß und somit blieb mein Schuh leer. Geputzt habe ich meine Schuhe trotzdem, war mal wieder nötig und sie sollen gut aussehen und noch eine Weile halten und müssen deshalb gepflegt werden. Ja ich putze noch Schuhe bzw. habe ich Schuhe, die man noch putzen kann und die nicht nur aus irgendwas Textilmäßigem bestehen. Wenn ich meinen Kollegen mit Kindern glauben schenken darf, dann ist das Putzen total out bei Kindern und inzwischen erstellen manche Kinder schon einen Wunschzettel für den Nikolaus … nein ich hatte mich nicht verhört, und da kann da schon Mal ein iPhone auf dem Nikolaus-Wunschzettel stehen … da war ich sprachlos … bei mir gab es immer eine kleine Serviette mit einer bunten Süßigkeitenmischung, eine Orange und einen Apfel, die Tollen mit einem Tannenbaum oder einen Stern drauf, das war immer mein Nikolaus-Highlight. Mehr gab es dann auch nicht, aus meiner Sicht auch vollkommen ausreichend. Und dafür habe ich als Kind auch sehr gerne meine Schuhe geputzt.
Trotzdem blieb mein Schuh leer …  ich wusste auch nicht was ich mir in meinem Schuh hätte legen können … es ist immer das gleiche viel zu süße Süßigkeitensortiment und das Obst … naja wenn man es etwas länger reifen würde, würde ich es gerne kaufen. Dieses Jahr habe ich nur ein paar Schuhe gefüllt. Es war ein ziemlicher Zeitdruck, wollte die eine Sache per Paket bei mir nicht so recht ankommen und ich wollte es noch weiter verarbeiten und hatte nur einen Abend Zeit. Es sollte mal etwas Besonderes werde. Aber es hat zum Glück geklappt. Die Umstände haben es erlaubt, dass ich mit einigen vorsichtigen Fragen, die mich aus meiner Sicht fast verraten hätten, und ein bisschen Zeit geschafft habe dieses paar Schuhe am Freitag zu füllen. In der Hoffnung, dass sie Samstag nicht genutzt wurden. Da ich am Samstag keine Nachricht erhielt, ging mein Plan auf. Gespannt wartete ich Sonntag morgen ab … wartete und hakte nochmal nach … doch dann geschah das, mit dem ich nicht gerechnet hatte … und mein Plan scheiterte … für mich war das wie ein Weltuntergang in dem Moment, hatte ich doch versucht an alles zu denken und mir so viel Mühe gegeben … als ich den Grund erfuhr, machte es das Ganze nicht besser … naja … Pläne sind dafür da, um schief zu gehen. Dabei war es für mich etwas Besonderes … war es doch das Erste seiner Art … und ich hatte mir alles im Kopf ausgemalt und hatte mir sogar die Reaktionen darauf vorgestellt … es war eine runde Nummer für mich … aber die ganze Vorstellung ging den Bach runter wie Wasser. Als mein Plan so dermaßen aus dem Ruder gelaufen ist, war die Enttäuschung doch groß … wie konnte ich einfach nicht alles bedacht haben, warum habe ich das vergessen. Ich ärgerte mich über mich selber und meine Laune war den ganzen Tag im Keller. Mein Schuh war leer und mein Plan ging schief. Abends wollte ich das erste Mal etwas weihnachtlich schmücken. Mache ich sonst eigentlich nicht, ich bin nicht der Dekofan und habe auch kaum Platz und letztlich sind es nur Staubfänger.  Aber dieses Jahr konnte ich Deko aus nicht einfach so stehen lassen und musste sie haben und habe sie teilweise auch bekleckst. Ich holte alles hervor und stellte dann aber ernüchternd fest, dass es im Raum, wo es hin soll, keinen einzigen Haken gibt, um irgendwas hinzuhängen und ich hatte fast nur Sachen zum Hängen … wieder eine Sache, die ich nicht bedacht hatte. Das hat mir den Rest gegeben für den Tag gestern. Meine Grummelstimmung wurde noch grummeliger. Mir fiel der Grinch ein … und er passte perfekt zu mir gestern … meine Lieblingsfarbe grün und grummelige Stimmung. Ich habe gesehen, dass es den Grinch auch als Hoodie oder, in meiner Sprache, als Kaputzenpulli gibt. Vielleicht sollte ich mir den mal zulegen, um meine jährliche Weihnachtsgrummel-Stimmung noch mehr zum Ausdruck zu bringen. Was ist denn schon Weihnachten … es ist nur ein zwanghaftes Zusammensitzen der Familie, weil es der Tag irgendwie so vorgibt, aber es ist alles genauso scheinheilig wie immer … für ein paar Stunden tut man so als wenn man eine glückliche Familie ist. So kenne ich Weihnachten seit ich klein bin. Und trotzdem ist es die Zeit, wo ich sentimental werde und diejenigen vermisse, die nicht da sein können, aus welchen Gründen auch immer. Weihnachten macht mich eher traurig und nachdenklich. Denke ich auch an die, die aus verschiedenen Gründen kein Weihnachten feiern können und teilweise nicht mal ein zu Hause haben. Die Welt ist so gemein und unfair. Da fallen mir die Kinder meiner Kollegen mit ihren ausverschämten Wünschen ein … grad mal 4. Klasse und schon ein iPhone zu Weihnachten haben wollen und ich weiß, dass es eins geben wird … war ja grad billig, nur 400 Euronen. Nächstes Jahr wird es dann wieder eins geben, weil Kind mit solch wertvollen Sachen noch nicht umgehen kann. Wenn ich sowas höre, werde ich sauer … richtig sauer … weil die Welt so ungerecht und gemein ist und mir kommt mein gestriges Thema Wertschätzung wieder in den Sinn. Viele Menschen hatten gestern auch nichts in ihrem im Schuh, aber aus anderen Gründen und diese machen mich traurig und da finde ich es gut, dass nichts in meinem Schuh war. Ein Thema über das ich abends im Bett noch viel nachgedacht habe, während mich meine Grinch-Grummelei nicht einschlafen ließ.

Mein Stein

Für mich war es nur ein Stein … anfänglich betrachtet … ich dachte mir, hauptsache er ist glücklich und hat Material für seine Kunst und ich konnte ihm auch endlich Mal etwas Gutes tun. Klar hätte ich es am liebsten gehabt, wenn er alles mitgenommen hätte, aber ich verstehe um die Lagerprobleme und auch die Zeit alles zu verarbeiten. … zurück zum Stein … ich glaube es war ein vebrannter Ziegelstein … ja es war nur ein Stein … aus heutiger Sicht schäme ich mich für diesen Satz … muss aber zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt als der Satz so aus mir raus geplatzt ist, ich einfach nur diesen ganzen Schutthaufen los werden wollte und für mich alle Steine nur noch gleich aussahen, ich konnte kaum noch einen Unterschied sehen bzw. dachte an die Kraft, die hinter mir und auch vor mir lag diese Haufen zu entsorgen. Weiterhin hatte ich keine Ahnung, was man aus so einem Stein hätte machen können. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich gesehen habe wie jemand einem Ziegelstein ein zweites Leben geschenkt hat, ohne, dass der Stein mit seines Gleichesinnten eine Mauer bilden muss. Gespannt erlebte ich einige Zwischenergebnisse. Der für mich beeindruckenste Moment war, als der Stein frisch gereinigt und gebadet und getrocknet war … es war ein WOW … ich war ungläubig, ob es wirklich der Stein war, den ich so abschätzig einfach nur Stein genannte hatte … ja es war dieser Stein … ich konnte mich kaum satt sehen an dem Stein und musste ihn immer wieder anfassen. An seiner Kunst ist es u.a. das Tolle, dass man sie anfassen kann, sie berühren und spüren kann, man die Augen schließen kann und seine Finger sehen lässt. Jedes Mal freue ich mich darauf neue Dinge zu ertasten, wenn ich bei ihm bin. Dieser Stein musste dran glauben und wurde mehfach von mir berührt … obwohl er eigentlich mit seiner Schönheit und Einzigartig mich berührt hat. Ab diesem Moment habe ich mich geschämt, dass ich gesagt habe, dass es nur ein Stein ist. Ich musste erst sehen was man daraus machen kann, um diesen Stein wertzuschätzen.

Wertschätzung … ich finde heutzutage wird vieles nicht mer Wert geschätzt und alles für selbstverständlich angesehen. Das Leben ist nicht selbstverständlich und auch alles wir erleben und unseren Besitz nennen dürfen ist nicht selbstverständlich. Für sehr viele Menschen schon und viele wollen immer meh, ohne erstmal das Wert zu schätzen was sie überhaupt haben. Seien es Gegenstände, Erfahrungen und Menschen in Form von Familie; Freunde, etc. . Ich finde auch als Mensch hat man in der Gesellschaft an Wert verloren … man ist halt da … macht seinen Job, dient zur Bespaßung der Anderen, wird ausgebeutet und das wars dann auch … das aber dahinter ein Mensch mit Gefühlen steckt, vergessen oft viele.  Auch mir persönlich fehlt oft die Wertschätzung. Man gibt sich Mühe für einen lieben Menschen, aber es wird manchmal einfach nur gleichgültig hingenommen, obwohl es sich manchmal um etwas Besonderes handelt. Es tut manchmal weh … sehr weh, aber ist dann halt so. Vielleicht ist es eine Art Retourkutsche des Lebens oder von wem auch immer. Menschen habe ich schon immer Wert geschätzt, niemand war für mich selbstverständlich. Ich muss aber leider eingestehen, dass ich glaube ich nicht so besonders gut darin bin die Wertschätzung gegenüber mir wichtigen Meschen gut rüber zu bringen, was mir sehr leid tut. Hat es doch an mancher Stelle deswegen einen kleinen Disput oder Vorwurf gegeben. Dabei war es nie meine Absicht jemand minderwertig zu behandeln oder weniger Wert zu schätzen, ich konnte meine Wertschätzung nicht gut genug rüber bringen, obwohl sie da ist.

Zurück zum Stein, der für mich nicht mehr nur ein Stein war, nein, er war etwas ganz Besonderes. Immer noch verwundert darüber, was man mit so einem Ziegelstein machen kann, entstand in mir der Wunsch auch so einen tollen Stein zu finden und ihm wieder ein Leben zu schenken und ihm einen Wert zu geben.
Es lagen einige Kubikmeter Bauschutt vor mir, die entsorgt werden mussten. Jeden Stein den ich in der Hand hatte, wurde genau betrachtet. Ich war auf der Suche meinem besonderen Stein. Alle Personen, die mitgeholfen den großen Schutthaufen zu entsorgen, wurden von mir … ja regelrecht instruiert, dass sobald sie einen Stein finden der auch nur Ansatzweise so aussah wie der verbrannte Stein, ihn bitte beiseite legen sollen, damit ich sie inspizieren kann, ob mein besonderer Stein mit dabei ist. Insgeheim hoffte ich inständig, dass ich ihn selber finde, das wäre für mich was ganz besonderer gewesen. Tage vergingen … Wochen vergingen … der Schutthaufen wurde immer kleiner und meine Hoffnung verschwand langsam meinen besonderen Stein zu finden. Als ich eigentlich schon aufgegeben hatte und unter der brennenden Sonne mismutig die Steine in den Container stapelte, stieg die Enttäuschung in mir. Doch dann geschah das, was ich nicht mehr für möglich gehalten hatte … ich fand ihn … mein Stein … mein besonderen Stein. Es war auch ein verbrannter Ziegelstein, bei dem 1/4 fehlt und man kann in sein Inneres sehen. Liebevoll wurde er von mir abgebürstet und er durfte einen Tag im Wasser stehen. Als ich ihn heraus nahm, ging mein Herz auf … er sah wunderschön aus und sieht es immer noch … ja dies ist mein Stein und er ist toll und er passt auch zu mir, er ist dunkelgrün und grün ist grün ist meine Lieblingsfarbe. Ich danke allen Umständen, dass ich meinen Stein gefunden haben. Nun ziert er die Mitte des Tisches und ich sehe ihn jeden Tag und erfreue mich an ihm.

Es wäre schön wenn alle mal wieder etwas mehr an Wertschätzung denken, egal ob es gegenüber einem Mensch oder einem Gegenstand oder irgendetwas anderem ist.
Dieses Jahr habe ich in Sachen Wertschätzung sehr viel gelernt und ich bin überaus dankbar dafür und habe eine anderen Blick u.a. für die Dinge bekommen, die andere schon längst entsorgt hätten. Danke!