Fast jeden Tag …

… fast jeden Tag, wenn ich von der Arbeit nach Hause fuhr, sah ich dich, wie du traurig am Fenster des Altenheims sitzt und die Menschen und den Straßenverkehr beobachtest. Auch wenn ich dich nicht kannte, ging es mir nahe und tut es auch immer noch. Anfangs hattest du mich nicht bemerkt, hattest einen leeren Blick gehabt, aber dennoch alles beobachtet. Irgendwann hattest du mitbekommen, dass ich jeden Tag im gleichen Zeitraum bei dir vorbei fuhr. Immer mehr hattest du mich registriert und wahrgenommen, genau wie ich dich. Ab einem gewissen Punkt war ein kleines Lächeln bei dir zu sehen und es freut mich, dass du mein Lächeln erwidert hast. Das Lächeln wurde mehr und irgendwann habe ich dir zugewunken. Deine Antwort – dein Strahlen – trieb mir Tränen in die Augen. Es ist immer wieder schön zu sehen, was kleine Gesten für eine Wirkung haben. Hätte ich es mal eher getan, aber wir mussten uns ja auch erstmal kennen lernen – leider aus der Entfernung. Inzwischen waren wir schon fast eingespielt. Vom Weiten habe ich gesehen, dass du die Straße heruntergeschaut hast, in die Richtung aus der ich komme und ich habe dir schon mal zugewunken, in der Hoffnung, dass du es siehst. Als wir in richtiger Sichtweite waren hast du mir dann meist als erster zugewunken, was mich sehr berührte. Ich bin dann immer so langsam wie möglich gefahren, um dir ganz lange zurück zu winken. Es hat mich sehr traurig gemacht, dass dies meist nur ein Erlebnis von ein oder zwei Minuten war. Für dich wahrscheinlich, dein Tages-Erlebnis. Gerne hätte ich dich mal besucht, aber leider macht Corona einen Strich durch diesen Wunsch. Deine Traurigkeit zu sehen, hat mir eigentlich jedes Mal das Herz gebrochen. Niemand ist gerne alleine. Ich kann es nicht sehen, wenn jemand traurig ist, ich komme damit nicht klar. Auch wenn ich nicht mal deinen Namen kannte, habe ich dir gerne zugelächelt und gewunken, es war das Mindeste was ich tun konnte, um dich aufzumuntern.

Nun habe ich dich seit Wochen nicht gesehen … meine Vermutung ist, dass du von uns gegangen bist. Ich hoffe, dass du nicht leiden musstet, wenn dies der Fall ist. Und wenn nicht, wünsche und hoffe ich, dass du dann auch nicht leiden musst und vielleicht jemand anderen findest, der dir ein Lächeln schenkt.

Mach’s gut liebe alte Dame.

Neulich am Müll

Vor einigen Tagen habe ich Müll runter gebracht. Ist jetzt nichts besonderes und macht jeder, sehe ich auch so. Ich wohne in einer Gegend mit Einwohnern, deren Durchschnittsalter mehr als das Doppelte meines Alters beträgt und ich immer wieder fest stelle wieviel unterschiedliche Pflegedienste es gibt. Ich bin also in einer Ü70-Gegend wohnhaft. Es hat gewisse Vorteile, die älteren Herrschaften sind recht ruhig und nur selten man hört man abends ihre Lieblingsschlagersendungen à la Helene Silbereisen oder wie die auch alles heißen. Zum Glück kann ich meinen Fernseher auch lauter machen und muss mir das Gejaule nicht anhören. Es ist aber manchmal auch etwas nervig von so vielen Ü70ern umgeben zu sein. Ich oute mich mal als Vielbesteller bei Amazonien, Buchtelhausen und Co., das Hobby möchte schließlich befriedigt werden und ich sorge regelmäßig dafür, dass was gewünscht auch zeitnah zur Verfügung steht. So bleibt es nicht aus und meine Wohnung macht einem Lagerhaus Konkurrenz und ich könnte meine eigenes kleines Versandunternehmen gründen. Nur was soll ich verschicken? Meine Klecksereien sind nicht mal Ansatzweise so toll wie von meinem Vorbild und meist auch unfertig, teils aus Motivationsmangel, und haben möchte sie eh keiner und meine Fotografien brauchen auch noch Übung und mehr habe ich nicht zu bieten. Also bleibt mir nichts anderes übrig als mich mit meiner kleinen Machete, auch Cuttermesser genannt, durch mein Paket-Disneyschloss zu kämpfen und es in sportliche Einzelteile zu zerlegen, um es dann fachmännisch bzw. fachfrauisch zu entsorgen. Da fällt mir ein, dass ich es auch noch fachdiversisch entsorgen muss, wie konnte ich das nur vergessen. Da ich nicht zu den Menschen gehöre, die ihre Pakete einfach im leeren Rohzustand in die Tonne werfe, sodass diese dann gleich wieder voll ist, komprimiere ich alle Pakete durch Einsatz meiner Machete zum kleinstmöglichen Paket zusammen. Ich denke daran, dass auch noch andere ihren Müll weg bringen wollen. Ich nehme mein kaputtes Disneyschlosspaket aus Pappe und begebe mich durch das nicht wohlriechende Treppenhaus nach unten. Irgendjemand hat Eierkuchen gemacht und über den Hausflur gelüftet und es riecht nach kaltem Fett, da wird mir jetzt schon wieder schlecht wenn ich daran denke. Leider habe ich nicht meine schwere Atemschutzausrüstung dabei um mich dadurch zu kämpfen. Als ich die Pforte des Hauses duchtrat, nahm ich erstnal einen tiefen Atemzug. Es tat gut, auch wenn es nur Stadtluft war, aber besser als die Abluft im Treppenhaus. Bevor ich den Schauplatz des Geschehens betrat, leerte ich noch schnell den Briefkasten. Ich könnte ihn mit Zetteln wie „Keine Werbung, Wochenblätter, etc.“ zukleistern, es würde immer noch etwas dergleichen im Kasten landen. Warum mach ich auch diese Zettel ran, könnte ja auch gut sein, dass ich mir nicht sicher bin und ich vielleicht doch die Werbung bekommen möchte. Ich ärgerte mich nicht weiter und ging zum Müllplatz. Vom weiten hörte ich schön wie zwei Damen gehobenen Alters eine rege Unterhaltung führten. Ich schloss die Tür zum Müllplatz auf und merkte schon wie ich mit meinen zwei Kompaktpaketen von oben bis unten gemustert wurde. Ich geb zu, ich gehe nicht im Sonntagskleid zum Müll runter, wenn ich vorher auf der Couch einen auf Kartoffel gemacht habe. Nein, es prangerte mein Lieblingshörnchen auf meinem Pullover und ich steh dazu. Ich ging zu meiner mir auserwählten Papiertonne, stellte meine beiden Pakete davor hin und öffnete die Tonnen. Zu meinem Erstaunen war sie leer. Ich hiefte den großen Deckel bis ganz nach hinten und versenkte mit einer Gewissen Genugtuung mein erstes Paket. Im Seitenblick sah ich wie sich die eine ältere Dame in meine Richtung bewegte. Ich schaute sie an und sah ihren herablassenden belehrenden Blick. Wenn ich sowas immer schon sehe, ist meine Grundstimmung schon mal etwas ins Negative gerutscht. Unfreundlich blaffte sie mir entgegen, dass ich die Pakete auch auseinander falten kann, damit mehr Papiermüll in die Tonne passt. Ich begegnete ihr mit einem freundlichen Hallo und bat sie bitte den Mindestabstand einzuhalten und sich bitte aus meinen Müllangelegenheiten rauszuhalten, ich mische mich ja auch nicht in ihrem Müll ein. Damit hatte sie anscheinend nicht gerehnet. Ich hatte mit meiner Reaktion auch nicht gerechnet, denn innerlich bin ich explodiert, was geht der Schnepfe meinen Müll an. Soll sie sich um was anderes kümmern und mich einfach in Frieden lassen, so wie ich sie auch in Frieden lasse. Sie schritt von dannen zur ihrer Tratschkumpanin und regte sich lauthals darüber auf, dass die jungen Menschen so respektlos und unfreundlich sind. Ich dachte ich höre nicht richtig und mein Schwein bohnert mal wieder mit einer außergewöhnlichen Kür über das Parkett. Das kann nicht wahr sein. Ich begegne jeden Menschen mit Respekt, egal welchen Alters, Herkunft oder was auch immer. Ich schmetterte mein zweites Paket in die Tonne und wollte mich auf den Heimweg machen und die beiden Damen ignorieren. Doch das klappte nicht. Die andere Dame fragte mich unfreundlich, warum ich meine Pakete nicht zerkleinere und warum ich um Abstand bitte. Ähm ja … Corona ist anscheinend grad nicht. Mir reichte es, eigentlich wollte ich nichts sagen, aber ich hab es satt. Ich hab es satt, ständig werden alle jungen Menschen von älteren Menschen über eine Kamm geschert und als respektlos bezeichnet. Das stimmt überhaupt nicht, sie sollten selber mal mehr Respekt zeigen. Ich weiß es gibt genug jüngere Menschen, die ältere Menschen respektlos behandeln, aber nicht alle, also macht mal einen Punkt! Von mir verlangen sie, dass ich sie respektvoll behandle, das möchte ich dann aber auch und nicht so doof angemacht werden. Nur weil sie alte Leute sind, heißt das noch lange nicht, dass sie einen herablassend behandeln müssen nur weil sie ein bis zwei Weltkriege mehr erlebt haben als ich. Nein das gibt ihnen nicht das Recht dazu mich so behandeln. Ich erkläre recht unfreundlich und angefressen, dass wir Abstand halten, weil wir grad zufällig Corona haben und damit wir alle – insbesondere sie – nicht abkratzen. Als sie den Mund aufmachen wollten, redete ich geich weiter, sodass sie keine Chance hatten, was zu sagen. Ich fuhr meine kleine Rede fort, dass es sie einen feuchten Scheißdreck angeht wie ich meinen Müll weg schmeiße und ich zu denjenigen gehöre, die ihren Papiermüll so klein wie möglich komprimieren und wenn sie das nicht glauben, können sie gerne in die Tonne klettern und nach schauen und dass sie sich mal überlegen sollten zu jüngeren Menschen mal netter zu sein. Auf die Frage, ob sie das Sprichwort „Wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es wieder heraus.“. Eine Antwort habe ich bis jetzt immer noch nicht bekommen, aber es interessiert mich auch nicht. Ich war einfach nur noch mega angefressen. Wieder in den eigenen vier Wände machte ich meinem Ärger ordentlich Luft und schimpfte wie ein Rohrspatz oder wie ein Wellensittich auf einer Überdosis Jod S-11.

An Tagen wie diesen …

… wo gefühlt alles schief geht und irgendwie auch nicht. Die Familie, die man sich nicht aussuchen kann, hat sich angekündigt und wünscht sich meine TripleSchokoSchockCookies. Kein Problem dachte ich mir, die wollte ich schon seit langer Zeit mal wieder backen, denn irgendwann haben auch die Zutaten ein Todesdatum, was aber zum Glück noch etwas dauert, was man vom armen Pudding letztens nicht sagen kann. Ich fing an alle Zutaten zusammen zu suchen, während die Butter in der Mikrowelle wieder ihre legendäre Flugshow hinlegt, zum Glück gibt es Abdeckhauben. Während ich danach den Mixer quälte oder er mich, das weiß ich bei diesem Teig immer nicht, wer am Ende geschaffter ist, der Mixer, der jeden Moment droht in Rauch aufzugehen oder ich nach meinen Fitnesskurs „SchokoSchock für Fortgeschrittene“. In dem Moment wusste ich wieder warum es die Cookies nicht oft gibt. Heute war es aber anders, noch schwerer als sonst … ich ging nochmal in mich, ich muss etwas falsch gemacht haben. Ich gehöre nicht zu denen, die die Schuld bei den anderen suchen, nein ich schaue zuerst bei mir. Ich ging Posten für Posten das Rezept durch und da war der Übeltäter, ein Stück Butter fehlte … ja ein Stück sind halt nur 250 g und nicht 500 g, wie ich kurz nach dem Aufstehen dachte. Was für ein dummer Fehler, passiert mir das doch sonst nicht. Ich war mit meinen Gedanken woanders – wahrscheinlich war ich wieder bei dir, wie immer. Das fehlende Stück Butter war schnell hinzugefügt und der Teig fühlte sich schon besser an, so muss er sein. Kurz bevor der Teig fertig ist, müssen die Knethaken getauscht. Ist ja kein Problem und kinderleicht. Ist nur blöd, wenn man mit den Gedanken nicht bei der Sache und beim Rausziehen der Knethaken ausversehen den Mixer wieder einschaltet und vor Schreck nicht ausschaltet und sondern ein paar Stufen höher dreht, damit die Teigpampe auch wirklich in der letzten Ecke der Küche landet. So ne verdammte … na ihr wisst schon. Ich habe schlimmer geschimpft als ein Rohrspatz. Oder wie ein Rohrspatz? Ich glaube als ist richtig. Und eigentlich ist mir das auch egal, jeder versteht mich und es machen so viele Menschen falsch. Die Familie sieht das anders. Ich habe nichst gegen sie und ich habe auch nichts gegen Lehrer … aber Lehrer in der Familie können echt anstrengend sein und gerade beim als und wie werde ich doch des Öfteren belehrt und das es ja so einfach wäre und man nicht verstehe warum das so viele falsch machen. Ja ist es auch einfach, aber man redet einfach und denkt nicht nach, vor allem nicht, wenn man stinksauer ist, weil die Küche schlimmer aussieht als nach meiner gestrigen Farbschlacht, die mich gestern sehr unzufrieden und bockig gestimmt hat. Eine Nacht später hat sich das Blatt jedoch gewendet und ich war sehr positiv überrascht von meinem Bild. Nach meiner trotzigen Bockphase hätte ich nicht gedacht, dass nach dieser Farbschweinerei noch etwas Brauchbares raus kommt. Nach dem Teig-Malheur machte sich die alte „Kriegsverletzung“ wieder bemerkbar, die vor einiger Zeit wieder aufgegangen ist und nun einfach nicht heilen möchte und zeitweilig bei jeden Schritt schmerzt. Da hatte das Krümelrodeo doch was Gutes mal nicht daran gedacht zu haben. Aber wie sagt man so schon, ein Indianer kennt keinen Schmerz. Darf man das heute eigentlich noch sagen oder ist man dann gleich wieder rassistisch oder so? Irgendwie darf man heutzutage ja eh nicht mehr seine Meinung äußern, obwohl es ja eigentlich eine Meinungsfreiheit gibt. Aber sobald man etwas sagt, ist man gleich rassistisch, ein Nazi, usw. Dabei ist man das gar nicht und wollte nur seine Meinung kundtun, was das Recht von jedem ist … dachte ich jedenfalls. Man soll ja auch nicht mehr denken, sondern soll alles Häppchenweise vor die Nase gestellt bekommen. Komische Welt, die immer öfter nicht mehr Meine zu sein scheint.

Cewe

Wenn ich in meinem Kleinbild-Munitionslager schaue, fallen mir immer wieder meine Farbfilme ins Auge. Als ich mit der Analogfotografie angefangen hatte, war mein erster Film ein SW-Film, dann war erstmal Pause bei mir, es war eine lange Pause, das warum sei mal dahingestellt. Um wieder in das Knipsen rein zu kommen, nahm ich damals einige Farbfilme, um zu üben. Ich wollte damals nicht gleich meine SW-Filme verballern, sondern erstmal schauen, ob es noch was für mich ist und ich es noch irgendwie kann. Eigentlich mag ich die analoge Fotografie nur in schwarz-weiß, doch sind etliche Farbfilme in meinem Besitz und dank des lieben Lichtbildpropheten haben sich die Farbfilme vor kurzen bestimmt vervierfacht, worüber ich mich sehr gefreut habe. Denn dank meiner Lomi macht mir das Knipsen in Farbe wieder Spaß. Mit den anderen Kameras ist es mir zu langweilig, es kann schon etwas verspieltes, rotziges und unscharfes sein. Da ist die Lomi einfach perfekt.

Doch was tun wenn der Farbfilm durchgeknipst ist? Früher habe ich die Fime zu dm gebracht und habe gleich Abzüge machen lassen. Da dies immer geklappt hatte, hatte ich auch diesmal meinen Film bei dm abgegeben und somit in die vertrauensvollen Hände von Cewe gegeben. Nach gut zwei Wochen schaue ich bei dm vorbei. Voller Erwartung durchwühle ich das Fach und finde meinen Film. Fast hektisch vor Aufregung öffne ich die Packung, um zu schauen wie mein erster Farbfilm mit der Lomi geworden ist. Ich blättere schnell durch und es macht sich eine Mischung aus Verwirrung und Enttäuschung breit … irgendwas ist schief gelaufen, aber gewaltig schief gelaufen. Ich tätigte erstmal meinen Einkauf, bis ich mir in einer ruhige Ecke nochmal die Abzüge anschaute … so langsam dämmerte es mir … ich warf einen Blick und die Negative und dann bestätigte sich mein Verdacht. Der Film wurde in einige Streifen geschnitten. Ist ja auch normal und richtig so, jedoch muss man dabei Aufpassen, dass man die Bilder nicht zerschneidet und genau das ist bei meinem Film passiert, sodass fast alle Bilder nur aus dem Anfang vom einen Bild bzw. aus dem Ende von einem anderen Bild besteht, denn auch bei der Herstellung der Abzüge hat keiner einen Blick drauf geworfen, dass das auch schief geht, wenn ein Negativstreifen nur mit einem halben Bild anfängt. Ich war enttäuscht und sauer, stinksauer. Wer auch immer bei Cewe sich so liebevoll um meinen Film gekümmert hat: Danke fürs Versaubeuteln. Ich weiß ja nicht wie das abläuft bei Cewe. Aber ich gebe meinen Film extra ab, damit was aus dem Film wird und er professionell bearbeitet und dann hat einer keinen Bock auf seine Arbeit und ich hab Filmsalat. Vielen Dank Cewe für das tolle Benutzererlebnis und es gibt einen klaren Daumen nach unten.

Gewisse Tage

Frauentag … so ein Schwachsinn. Ich weiß mit dieser Aussage hetze ich so einige Frauen gegen mich auf, aber das interessiert mich nicht die Bohne. Es ist genauso ein Bullshit wie Valentinstag, Herren- oder Vatertag und auch Muttertag. Jeder dieser Tage ist doch nur für die Blumenhändler und Pralinenverkäufer da, und auch in normalen Supermärkten wird so ein Hype darum gemacht, ich verstehe es nicht, alles muss in Herzform und rosarot und plüschig sein oder in Blumenform. Es gibt sogar Mini-Mozzarella-Herzen … warum? Ich esse liebe die normalen unförmigen Kugeln, die schmecken genauso oder besser, weil ohne Kitsch und Plüsch. Am liebsten würde ich einen Abrisshammer nehmen und auf alles was damit zu tun hat einschlagen, weil es für mich unnütze Sachen sind.

Wenn ich jemanden liebe und ihm etwas schenken oder Gutes tun möchte, dann muss es nicht an diesem einen Tag im Jahr sein. Es gibt mind. 365 Tage im Jahr, wo man jemanden sagen kann wie sehr man ihn liebt oder ihn gerne hat und ihm was schenken kann, was Gutes tun kann und was weiß ich alles. Das geht auch an allen anderen Tagen und ohne Mini-Mozzarella-Herzen und anderen rosaroten Plüsch.

Am heutigen Frauentag sehe ich nur einen Vorteil, und zwar, dass er endlich mal ein Wochentag ist und ich frei habe und die Menschen am Weißwurst-Äquator dürfen schuften. Nun ist es endlich mal umgkehrt.

Verständnis

Ich soll überall Verständnis haben. Verständnis hier und Verständnis da und Verständnis für die Vergangenheit und für die Zukunft. Sonst noch jemand ohne Verständnis-Fahrschein? Und wer hat eigentlich mal für mich Verständnis? Vor allem in meiner jetzigen Situation?Manchmal habe ich einfach keine Lust mehr Verständnis zu zeigen, irgendwann ist auch bei mir Schluss.

Seit über den zehn Jahre verkaufe ich privat alles was mir in die Finger kommt, wenn es keiner mehr in der Familie haben möchte und ich es damit vor der Mülltonne retten kann und jemand anderes sich darüber freuen kann. Also wird alles verkauft, was auch nur Ansatzweise für verkaufswürdig gehalten wird, auch wenn es teils Jahre zum Verkauf steht, irgendwann findet sich jemand und ich habe in der Hinsicht Gelduld, sehr viel Geduld. Ich schmeiße ungerne Sachen weg. Letztens beim Schrank ausmisten hatte ich wieder so einiges zum Verkaufen gefunden. Also schnell Bilder gemacht, ein bisschen was geschrieben dazu und schon standen die Sachen in der Bucht und in der kleinen Bucht online. Anders als erwartet, ploppten gleich etliche Nachrichten auf und es wurde ein Kaufinteresse nach dem anderen bekundet. Ich mag ja Käufer, die gleich mehrere Sachen kaufen, aber wer mag das nicht. Eine Klein-Buchtlerin bekundet an mehreren Anzeigen ein Interesse, es war an einem Freitagabend. Meist gebe ich bei Mehrfachkäufen einen kleinen Rabatt. Ich schicke ihr den Gesamtpreis und frage, ob die Sachen verschickt werden sollen. Es kommt erstmal keine Antwort, aber das kenne ich und stört mich nicht mehr. Am Sonntag Mittag kommt dann doch eine Antwort in mein Postfach geflattert, man wolle es abholen. Ich bin eigentlich gegen Abholung, gerade in der aktuellen Situation und weil die Buchtler dann meist doch nicht kommen. Ich schlage gleich den Montag mit Uhrzeit vor, passt auch bei ihr sofort die Uhrzeit. Dann war es Montag und schon eine halbe Stunde nach der vereinbarten Zeit … das kommt mir doch bekannt vor. Es ploppt die Nachricht auf, man schaffe es nicht und bittet um Verständnis. Beim ersten Mal habe ich meist Verständnis, kann doch immer was dazwischen kommen. Ich schlage Dienstag die gleiche Zeit vor, diesmal, so wurde mir versichert, wird es klappen. Es war Dienstag und die gleiche Uhrzeit und meine Türklingel bimmelte nicht, aber inzwischen habe ich auch nichts anderes erwartet. Es kam auch keine Nachricht. Die kam erst am nächsten Morgen, man war noch in einem anderen Bezirk und hätte es nicht pünktlich geschafft und man bittet um Verständnis. So langsam ist meine Verständnis aufgebraucht, ich hab meine Zeit nicht im Lotto gewonnen, entwender man möchte kaufen oder einfach nein sagen, das gehört dazu. Ich antworte ihr, dass ich es ihr gerne zuschicke, da ich keine Lust mehr habe ständig versetzt zu werden und mit meiner Zeit was Besseres anfangen kann. Sofort kommt ein Antwort mit etlichen Entschuldigungen und wieder bittet man mich um Verständnis … ich komme mir vor wie bei der S-Bahn. Ich bekomme einen neuen Abholtermin vorgeschlagen, Freitag irgendwann nach dem Frühstück … tja blöd gelaufen, da bin ich arbeiten, und ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit habe zur Arbeit zu gehen. Ich lehne den Termin ab. Es kam keine Antwort. Dann war es Freitag und ich bekam die Nachricht, dass man gleich da sei … meine Augen wurden größer … ich scrollte im Chat nach und sah zum Glück die Nachricht, dass ich den Termin abgesagt hatte. Ich antworte ihr, dass ich nicht da sei. Die Antwort kam unverzüglich mit der Frage, ob ich meine Arbeit nicht unterbrechen könne und schnell nach Hause fahren kann und ihr die Sachen geben könnte, man bittet um Verständnis, weil keine Zeit da ist. Ja ich hab auch keinen Zeitscheißenden Esel, der mir gemütlich hinterher trottet und mir regelmäßig mal ein klein bisschen Zeit auskackt. Nein der hat sich wie Apollo 13 auf die Bahngleise gestellt als der Zug kam. Tja dumm gelaufen, keine Zeit da. Warum auch immer war ich erstaunlich ruhig und es glitt immer noch alles an mir wie an einer Teflonpfanne ab. Sonst hätte ich nicht mehr drauf geantwortet, aber ich tat es dann doch, warum auch immer. Ich schrieb, dass ich es versende und es nicht mit abgeholt werden kann. Zu meinem erstaunen war man einverstanden … wir tauschten die relevanten Daten aus, nach zwei Tagen war das Geld immer noch nicht eingangen, ich hakte nach. Man wolle es doch abholen und bittet um Verständnis, weil die Päckchenpreise so teuer sind … ich mach die nicht. Ich antwortete einfach nur „Nein“ und stellte alle reservierten Anzeigen wieder zum Verkauf. Jetzt war das Fass voll und ich hatte keinen Bock mehr auf die ganze Nummer und iwelches Scheiß-Verständnis. Tage später kam eine Nachricht (inzwischen 1,5 Wochen nach der ersten Anfrage), dass man gesehen hat, dass ich die Anzeigen wieder online gestellt habe, obwohl von ihr doch ein Kaufinteresse besteht. Ich antwortete einfach nur, dass das Pech für sie ist, aber ich mich nicht zum Narren halten lasse. Eine Sekunde später war der Chat von mir gelöscht. Vorgestern kam wieder eine Nachricht, sie hat Ausdauer … die Zeit, die zum Schreiben braucht, hätte sie nutzen können um das Geld zu überweisen oder ihren Allerwertesten zum vereinbarten Zeitpunkt hätte herschwingen können. Diesmal kam, dass man um Verstöndnis bittet, dass die weibliche Erzeugereinheit ihrerseits plötzlich ins Krankenhaus musste und man sich jetzt um die Tasche und vor allem um die Katze kümmern muss. Bei solchen Aussagen bin ich immer skeptisch … vertraue ich einer mir fremden Person solchen Informationen an? Ich würde es nicht tun. Es ist eine 50:50-Chance, dass diese Aussagen der Wahrheit entspricht, wenn dem so sein sollte, dann gute Besserung und Genesung, aber der Zug für die Anzeigen ist trotzdem abgefahren und mein Verständnis tummelt sich grad im negativen Bereich herum. Es ist alle, ich hatte kein Bock mehr und löschte einfach den Chat. Für mich ist die Sache erledigt. Ich hatte genug Verständnis und Zeit geopfert.

Wahrnehmung

Seit geraumer Zeit beschleicht mich das Gefühl, dass sehr vielen Menschen die Wahrnehmung etwas abhandengekommen ist. Naja, eigentlich ist dieses Gefühl schon sehr lange da. Wenige Menschen schauen einen bewusst an, oder schauen sich mit offenen Augen in der Welt um und nehmen das, was sie sehen auch wirklich wahr und schauen nicht nur hin und sehen es gar nicht. Ich frage mich wann das passiert ist, und wir nur noch auf uns selber achten, meist mit Smartphone den Augen, und selten auf das, was um uns herum geschieht. Es kam nicht von hier auf jetzt, es war ein schleichender Prozess.

Viele Menschen sind so mit sich selber beschäftigt oder nehmen andere so wenig wahr, dass sie nicht mal sehen, wenn manche Menschen offensichtlich Hilfe benötigen. Ich habe dies z.B. mehrmals beim Einkaufen beobachtet. Es gibt Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen an einen Rollstuhl gefesselt sind. Für sie ist es logischerweise nicht so einfach an höher gelegene Artikel heranzukommen. Doch helfen tun ihnen die wenigsten, auch wenn sie um Hilfe bitten, wird ihnen nicht immer geholfen, was für mich ein absolutes No-Go ist. Auch wenn jemand z.B. mit Fahrrad stürzt und es offensichtlich ist, dass es demjenigen nicht gut, kostet es nichts einfach mal zu fragen, ob alles gut ist oder ernsthaft etwas passiert ist. Die meisten werden sagen, dass alles halb so schlimm ist. Geht mir auch so. Aber es ist einfach die Tatsache an sich, dass man wahrgenommen wurde und sich sogar nach einem erkundigt wurde. Dies macht das Ganze manchmal nur noch halb so schlimm. Ich selber hatte letztens diese Erfahrung gemacht. Mich hat es gefreut, dass sich jemand nach mir erkundigt und sofort zur Hilfe eilte und sogar mit Auto angehalten wurde. Ich war darüber so positiv erstaunt, dass ich meinen Sturz total ausgeblendet habe. Den ganzen restlichen Tag, war neben dem Schmerz das Wissen da, dass es noch hilfsbereite Menschen gibt. Eine schöne Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Es gibt viele Menschen mit denen man tagtäglich zu tun hat. Ich beobachte gerne Menschen und ich schaue sie auch an, also wirklich anschauen und nicht nur durch sie hindurch schauen oder oberflächlich anschauen. Durch den täglichen Umgang mit ihnen oder durch die persönliche Nähe sehe ich ihnen an wenn etwas nicht in Ordnung ist und wie es ihnen geht. Dieses bewusste Wahrnehmen seines Gegenübers hat auch abegnommen finde ich. Jeder ist so mit sich selber beschäftigt bzw. so in seiner (stressigen) Welt gefangen, da sind andere Menschen egal. Mich interessiert es wie es anderen geht und wenn es ihnen schlecht geht, helfe ich gerne, auch wenn ich ihnen einfach nur zuhöre, wenn sie sich „ausheulen“. Ich mache das gerne. Auch wenn ich weiß, dass die meisten nicht wahrnehmen wie es mir geht und nicht für mich da sind, aber gut, so ist die Welt, so ist das Leben.

Auch die Wahrnehmung der Natur hat abgenommen. Inzwischen wird Vogelgezwitscher als störend empfunden und die lauten Autos, die an einem vorbei donnern nicht … diese Logik verstehe ich nicht. Vogelgezwitscher ist für mich etwas sehr Angenehmes. Vor allem wenn ich ganz früh zur Arbeit fahre und die ersten Vögel anfangen ihre Laute von sich zu geben und die Stadt noch fast schläft. Es ist immer wieder ein schöner Moment dies zu erleben und wahrzunehmen. Oder auch mal die Tiere in der Stadt wahrzunehmen, die immer mehr durch uns Menschen verscheucht und verjagt werden. Zur Erinnerung, die Tiere dringen nicht in unseren Lebensraum ein, sondern wir sind damals in ihren Lebensraum eingedrungen. Ich denke, dass man dies nicht außer Acht lassen sollte. Ich finde es schön einen Fuchs oder einen Hasen zu sehen oder auch einen Igel oder Eichhörnchen und die Vögel und die vielen anderen Tiere. Es ist ein Zeichen, dass es noch welche gibt und sie nicht komplett vertrieben wurden. Ich beobachte die Tiere gerne, wenn ich eines zu Gesicht bekomme, sofort wird abrupt gestoppt und das Tier beobachtet. Es ist ein Moment, wo man die Stadt um sich herum ausblendet und nur das Tier wahrnimmt, und manchmal nimmt einen auch das Tier wahr und es entsteht eine tiefer Blickkontakt, auch wenn es eher einer Schockstarre gleicht, was verständlich ist. Es entgeht einem so verdammt viel, wenn man mit Scheuklappen oder Smartphone vor der Nase durch die Welt läuft, man verpasst so viel, sei es einfach mal einen Moment inne zu halten und ein Tier zu beobachten und sich daran zu erfreuen und dies wert zu schätzen und nicht als selbstverständlich hinnehmen, denn irgendwann haben wir jedes Tier vertrieben oder ausgerottet.

Die Natur hat so viel zu bieten, wir müssen nur richtig hinschauen und sie wahr nehmen.

Schnee

Auch wenn es schon fast eine Rarität ist, ist es normal, dass es im Winter schneien kann und auch mal zu Frost kommen kann. Schon seit Wochen sagt mir meine Wetterapp, dass es zu Frost kommen kann und man doch Obacht geben soll. Ja liebe Wetterapp, es ist Winter, der kommt so plötzlich wie Weihnachten und im Sommer bauchst du mich nicht warnen wenn es mal über 25 Grad Celsius werden, das ist auch vollkommen normal. Zum Glück kann man die Benachritigungen jeder App verbieten, doch kommt man nicht drum herum es auf andere Wege mitzubekommen. Ich verstehe das nicht … als ich klein war, gab es nie so ein Theater. Da war es im Winter kalt und es gab Schnee und im Sommer war es warm und auch mal heiß. Das ist für mich normal, das ist halt das Wetter. Und ja ich gehöre zu der Generation, die Kälte und Schnee kennt. Ich verstehe das nicht warum immer so ein Trara drum gemacht wird, wenn mal eine Schneeflocke fällt oder das Quecksilber droht zu steigen. Es ist grad einfach Winter, mehr nicht! Was ist den daran nicht zu verstehen. Nein, da jagt eine Eilmeldung im Radio und TV die Nächste und man fragt sich wann geht die Welt unter. Ok, ich verstehe ja, dass das grad für manche Neuland ist und draußen mal keine schmusige Wohlfühltemperatur ist, aber bleibt mal locker und genießt mal, dass wir Schnee haben, das ist viel zu selten.

Mein Stein

Für mich war es nur ein Stein … anfänglich betrachtet … ich dachte mir, hauptsache er ist glücklich und hat Material für seine Kunst und ich konnte ihm auch endlich Mal etwas Gutes tun. Klar hätte ich es am liebsten gehabt, wenn er alles mitgenommen hätte, aber ich verstehe um die Lagerprobleme und auch die Zeit alles zu verarbeiten. … zurück zum Stein … ich glaube es war ein vebrannter Ziegelstein … ja es war nur ein Stein … aus heutiger Sicht schäme ich mich für diesen Satz … muss aber zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt als der Satz so aus mir raus geplatzt ist, ich einfach nur diesen ganzen Schutthaufen los werden wollte und für mich alle Steine nur noch gleich aussahen, ich konnte kaum noch einen Unterschied sehen bzw. dachte an die Kraft, die hinter mir und auch vor mir lag diese Haufen zu entsorgen. Weiterhin hatte ich keine Ahnung, was man aus so einem Stein hätte machen können. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich gesehen habe wie jemand einem Ziegelstein ein zweites Leben geschenkt hat, ohne, dass der Stein mit seines Gleichesinnten eine Mauer bilden muss. Gespannt erlebte ich einige Zwischenergebnisse. Der für mich beeindruckenste Moment war, als der Stein frisch gereinigt und gebadet und getrocknet war … es war ein WOW … ich war ungläubig, ob es wirklich der Stein war, den ich so abschätzig einfach nur Stein genannte hatte … ja es war dieser Stein … ich konnte mich kaum satt sehen an dem Stein und musste ihn immer wieder anfassen. An seiner Kunst ist es u.a. das Tolle, dass man sie anfassen kann, sie berühren und spüren kann, man die Augen schließen kann und seine Finger sehen lässt. Jedes Mal freue ich mich darauf neue Dinge zu ertasten, wenn ich bei ihm bin. Dieser Stein musste dran glauben und wurde mehfach von mir berührt … obwohl er eigentlich mit seiner Schönheit und Einzigartig mich berührt hat. Ab diesem Moment habe ich mich geschämt, dass ich gesagt habe, dass es nur ein Stein ist. Ich musste erst sehen was man daraus machen kann, um diesen Stein wertzuschätzen.

Wertschätzung … ich finde heutzutage wird vieles nicht mer Wert geschätzt und alles für selbstverständlich angesehen. Das Leben ist nicht selbstverständlich und auch alles wir erleben und unseren Besitz nennen dürfen ist nicht selbstverständlich. Für sehr viele Menschen schon und viele wollen immer meh, ohne erstmal das Wert zu schätzen was sie überhaupt haben. Seien es Gegenstände, Erfahrungen und Menschen in Form von Familie; Freunde, etc. . Ich finde auch als Mensch hat man in der Gesellschaft an Wert verloren … man ist halt da … macht seinen Job, dient zur Bespaßung der Anderen, wird ausgebeutet und das wars dann auch … das aber dahinter ein Mensch mit Gefühlen steckt, vergessen oft viele.  Auch mir persönlich fehlt oft die Wertschätzung. Man gibt sich Mühe für einen lieben Menschen, aber es wird manchmal einfach nur gleichgültig hingenommen, obwohl es sich manchmal um etwas Besonderes handelt. Es tut manchmal weh … sehr weh, aber ist dann halt so. Vielleicht ist es eine Art Retourkutsche des Lebens oder von wem auch immer. Menschen habe ich schon immer Wert geschätzt, niemand war für mich selbstverständlich. Ich muss aber leider eingestehen, dass ich glaube ich nicht so besonders gut darin bin die Wertschätzung gegenüber mir wichtigen Meschen gut rüber zu bringen, was mir sehr leid tut. Hat es doch an mancher Stelle deswegen einen kleinen Disput oder Vorwurf gegeben. Dabei war es nie meine Absicht jemand minderwertig zu behandeln oder weniger Wert zu schätzen, ich konnte meine Wertschätzung nicht gut genug rüber bringen, obwohl sie da ist.

Zurück zum Stein, der für mich nicht mehr nur ein Stein war, nein, er war etwas ganz Besonderes. Immer noch verwundert darüber, was man mit so einem Ziegelstein machen kann, entstand in mir der Wunsch auch so einen tollen Stein zu finden und ihm wieder ein Leben zu schenken und ihm einen Wert zu geben.
Es lagen einige Kubikmeter Bauschutt vor mir, die entsorgt werden mussten. Jeden Stein den ich in der Hand hatte, wurde genau betrachtet. Ich war auf der Suche meinem besonderen Stein. Alle Personen, die mitgeholfen den großen Schutthaufen zu entsorgen, wurden von mir … ja regelrecht instruiert, dass sobald sie einen Stein finden der auch nur Ansatzweise so aussah wie der verbrannte Stein, ihn bitte beiseite legen sollen, damit ich sie inspizieren kann, ob mein besonderer Stein mit dabei ist. Insgeheim hoffte ich inständig, dass ich ihn selber finde, das wäre für mich was ganz besonderer gewesen. Tage vergingen … Wochen vergingen … der Schutthaufen wurde immer kleiner und meine Hoffnung verschwand langsam meinen besonderen Stein zu finden. Als ich eigentlich schon aufgegeben hatte und unter der brennenden Sonne mismutig die Steine in den Container stapelte, stieg die Enttäuschung in mir. Doch dann geschah das, was ich nicht mehr für möglich gehalten hatte … ich fand ihn … mein Stein … mein besonderen Stein. Es war auch ein verbrannter Ziegelstein, bei dem 1/4 fehlt und man kann in sein Inneres sehen. Liebevoll wurde er von mir abgebürstet und er durfte einen Tag im Wasser stehen. Als ich ihn heraus nahm, ging mein Herz auf … er sah wunderschön aus und sieht es immer noch … ja dies ist mein Stein und er ist toll und er passt auch zu mir, er ist dunkelgrün und grün ist grün ist meine Lieblingsfarbe. Ich danke allen Umständen, dass ich meinen Stein gefunden haben. Nun ziert er die Mitte des Tisches und ich sehe ihn jeden Tag und erfreue mich an ihm.

Es wäre schön wenn alle mal wieder etwas mehr an Wertschätzung denken, egal ob es gegenüber einem Mensch oder einem Gegenstand oder irgendetwas anderem ist.
Dieses Jahr habe ich in Sachen Wertschätzung sehr viel gelernt und ich bin überaus dankbar dafür und habe eine anderen Blick u.a. für die Dinge bekommen, die andere schon längst entsorgt hätten. Danke!

Mein Freund DHL

Letzte Woche war diese Cyber-Woche oder wie sich das nannte. Ja es gab viele Angebote und ich konnte mir so einige auch nicht entgehen lassen, gebe ich ja zu… sei es eine flauschige Plüschpummeldecke, Lippenschmiere oder eine Ladung neuer SW-Munition für meine Knipsmaschinen.

Gleich vorneweg, ich bin natürlich nicht mit DHL befreundet. Im Moment treibt mich der Verein zur Weißglut und ich kann nicht wirklich etwas machen. Montagabend sitze ich gemütlich auf der Couch, es war schon fast Zeit, um mal zu schauen was meine Matratze mir erzählen möchte, da flattert noch eine Nachricht herein, dass mein Paket angekommen ist, in der Packstation XYZ. Schlaftrunken diese Packstation gesucht… stark verwundert … es war nicht meine Wunschpackstation XXX, die nur 500 m von mir zu Hause entfernt ist und auch nicht eine der anderen drei Stationen auf die ich immer ausweichen muss… nein mein Paket liegt in Packstation XYZ … diese Packstation ist nicht 500 m entfernt, nein viel besser, sie ist nur sage und schreibe 5000 m entfernt, na Mensch ist das nicht toll, gleich um die Ecke, hast du echt fein gemacht DHL. Ich weiß es sind nur 5 km. Ich scheue mich auch nicht diese 5 km zu fahren. Mir geht es ums Prinzip und auch darum, dass ich nicht weiß wie mein Paket von der Größe her verpackt ist. Eine kleine Sache, die in einen Schuhkarton passt, wird dann schon mal in einem Paket mit der Größe eines Staubsaugers verschickt und das passt dann nicht meine sportliche Gepäckträgertasche und ich muss dann schieben und das Paket auf dem Gepäckträger im Balanceakt festhalten. Wenn ich das von meiner Wunsch-Packstation 500 m nach Hause machen muss, stört mich das nicht die Bohne, aber keine 5 km. Es gibt drei andere Packstation im Umkreis von 1 km bei mir. Es kann mir keiner erklären, dass alle Fächer dieser Packstationen voll sind. Alternativ gibt es immer noch die Postfiliale, die nur 1 km entfernt ist. Es ärgert mich zwar auch jedes Mal, wenn dort das Paket landet, weil die Öffnungszeiten nicht so arbeitnehmerfreundlich sind und ich nach Feierabend keine Lust habe jedes Mal 30-45 min zu warten bis ich an der Reihe bin. Trotzdem wäre mir diese Variante lieber als die 5 km entfernte Packstation. Ich bin leider nicht im Besitz eines 4-5 rädrigen Gefährts, was sich manchmal Auto nennt. Ich darf zwar eins lenken, aber trotzdem habe ich nur einen Drahtesel mit dem ich alles erledige. Hätte ich ein Auto würde ich das Paket zwar abholen, aber es geht einfach darum, dass es so viele andere Möglichkeiten gibt das Paket abzugeben. Dann bringt mir die Packstation nichts, wenn ich gefühlt zum Hinterteil der Welt latschen oder fahren muss.

Ich weiß nicht warum mein Paket dort gelandet ist. Wenn ich den Menschen antreffe, der jeden Tag liebevoll die Packstation füllt, dann möchte ich am liebsten gleich wieder gehen. Es ist und bleibt leider eine Wunschvorstellung, dass mein Paket ganz normal vorne in das Fach gelegt wird und ich es mühelos entnehmen kann. Die Realität sieht dann doch ganz anders aus. Mit ordentlich Schmackes wird das Paket bis zum hinteren Ende des Faches geschleudert, schlägt dort an und bleibt liegen und muss sich wahrscheinlich erstmal von den ganzen Strapazen erholen und freut sich, wenn ich es abhole. Allerding erst nachdem ich mühevoll meinen Arm in das kleinste Fach stecken muss … das ist eigentlich untertrieben, ich muss meinen Arm bei sehr kleinen Sendungen regelrecht in das Fach quetschen und versuchen mit meinen Fingern meine Sendung zu angeln. Ich möchte nicht wissen wie das aussieht, aber es kam schon des Öfteren vor, dass ich belächelt wurde als ich so halb in der Packstation hing. Ich finde das alles andere als lustig. Das Gleiche gilt für das unterste Fach in der Packstation. Ja ich mache jedes Mal Luftsprünge wenn draußen mal wieder das übelste Sauwetter ist und ich zur Station stapfe und ich alles eintippe was einzutippen ist und ich sehe, dass das unterste Fach sich öffnet, ich dann auf den Boden krauchen muss und mein Paket vom hintersten Winkel des Fach zu mir locken muss. Vielleicht sollte ich DHL zukünftig die Hose zur Reinigung schicken, die dann jedes Mal aussieht als wenn ich im Kindergarten an der Regenpfützenparty teilgenommen hätte. Ich kann Arbeitsmoral des Packstationbefüllers verstehen, so ist es nicht, ich möchte den Job auch nicht machen, aber ich kann nichts dafür. Ich finde meinen Job auch nicht so dolle und  die monatliche Summe, die immer Ende des Monats auf mein Konto flattert sehe ich als Schmerzensgeld an. Ich zahle fleißig für diesen Service und das Porto wird immer teurer und der Service im schlechter. Wenn ich ein Paket über die Station zurückschicke, lege ich es ganz normal vorne hin, sodass der Entnehmer es ganz einfach greifen kann. Ich feuere es auch nicht durch das ganze Fach, u.a. auch mit der Sorge, dass es dann übersehen wird. Ich mache das, weil es sich so gehört und ich dem Entnehmer das Leben nicht schwerer zu machen als es vllt. schon ist.

Es ist das erste Mal, dass ich nicht bis sonste wo fahre und mein Paket abhole, diesmal weigere ich mich, ich habe keine Lust mich ständig von DHL Pontius zu Pilatus schicken zu lassen, mir reicht es langsam und ich hab echt die Faxen dicke, denn es passiert ständig, teilweise jede Woche.

Liebes DHL, es wäre schön, wenn mein Paket nicht fast jedes Mal in Hinterposemuckel landet und ich nicht meinen Arm bis zum Zerquetschen in das kleinste Fach quetschen muss und ich nicht jedes Mal den Boden mit meiner Hose wischen muss, um an mein Paket zu kommen.