Vor einem Jahr

Vor einem Jahr hatte ich das ganz große Glück, dass es mich aufgrund dienstlicher Belange in die USA verschlagen hat. Ich wollte schon immer mal ganz weit weg von zu Haus sein … am liebsten wollte/will ich nach Kanada, speziell Vancouver, einer meiner größten Lebensträume.
Dienstlich gesehen hatte es mich nach Bellevue verschlagen, in der Nähe von Seattle. Da Bellevue keiner so wirklich kennt, war ich der Einfachheit halber in Seattle. Für mich war das Dienstliche eigentlich nebensächlich und naja … nicht nur eigentlich … es war total nebensächlich, da fachlich leider nicht so viel dabei war für mich. Jede freie Minute war ich draußen unterwegs und hab mir so viel angeschaut wie es nur ging und hab ein Foto nach dem anderen gemacht, um alles für meine Lieben zu Hause bestmöglich festzuhalten und ihnen zeigen zu können, wie es da drüben so wirklich war. Ich bin zwar nicht mehr so der Fan der digitalen Knisperei, aber dort musste es sein und es wurde alles fest gegalten was ging, wer weiß ob ich jemals nochmal dahin komme. Nachdem das Dienstliche erledigt war, hatte ich noch ein paar Tage Urlaub ran gehangen. Ich hatte die Gelegenheit mir Seattle anzuschauen, eine wunderschöne Stadt direkt am Wasser mit einem wunderschönen Ausblick an dem ich mich gar nicht genug satt sehen konnte. Übertroffen wurde dieser Ausblick und das Drumherum nur von Vancouver, wo ich 1,5 Tage verbringen konnte und es war atemberaubend und unglaublich für mich endlich in Vancouver zu sein und mir meinen lang gehegten Lebenstraum zu erfüllen und das mit unter 30. Ich hätte gedacht, dass ich es vllt. mal mit 50 oder 60 nach Vancouver schaffen würde oder evtl. auch gar nicht, aber dass ich es so früh schaffe, hätte mich mir nie träumen lassen. Es war und ist unbeschreiblich toll für mich gewesen und ich würde sofort wieder hinreisen.
Aus heutiger Sicht hat mich diese Reise sehr verändert … manche sagen, dass ich wie ein anderer Mensch geworden bin … vor allem selbstbewusster. Wenn ich in mich reinhöre, war dieses Reise, dass was ich im Leben mal gebraucht hatte. Allein ganz ganz weit weg von zu Hause … egal aber USA, Kanada oder sonst wohin, hauptsache ganz ganz weit weg, so viel Abstand wie möglich zum Alltag bekommen und auch mal zu den mich umgebenen Personen, was jetzt nicht negativ klingen soll.
Diese Reise hat mich verändert, sodass ich Dinge mache, die ich vorher nicht mal in Betracht gezogen hätte und nun tue und sie schön sind … sehr schön sogar und ich bin unendlich dankbar für diese Erlebnisse und auch für die, die dazu führten.
Trotzdem bin ich sehr traurig und enttäuscht, dass es niemanden so richtig interessiert hat, wie es da drüben war … meine Bilder wurde nur bis Tag 2 oder 3 (von 10) angeschaut, d.h. die Bilder von meinem Lebenstraum hat noch keiner gesehen … das macht mich sehr traurig, war es für mich eine mega tolle und vor allem wichtige Sache, die ich nicht in Worte fassen kann. Bilder sind das Eine, es in Worten zu erzählen das Andere, aber auch hier war das Interesse nicht größer. Ich war so glücklich gewesen da drüben zu sein und diese vielen Bilder und Erinnerungen in mir zu haben und bin auch immer noch glücklich deswegen, auch wenn ich Angst habe, dass die Erinnerungen zu schnell verblassen werden.
Es ist ein Erlebnis was ich wohl nur mit mir selber teilen werde … aber es war eines der besten und schönsten Erlebnisse meine Lebens. Danke!

Vancouver

2 Kommentare zu „Vor einem Jahr

  1. Zeig deine schönsten Fotos hier und schreib deine Gedanken dazu auf. So bleibt die Erinnerung bewahrt. Vielleicht hat dich die Erfahrung, einen Wunsch erfüllt zu bekommen und niemand anderes interessiert sich ernsthaft dafür verändert. Oder es sind andere Dinge, die dir in der Phase des Alleinseins durch den Kopf gegangen sind und du für dich allein bewusst/unbewusst eine Entscheidung getroffen hast. Manchmal sind solch beeindruckende Momente die Initialzündung für Veränderungen … man merk es selbst aber erst später. Ich erinnere mich an meinen ersten Besuch des jüd. Friedhofs in Weissensee. Es war so überwältigend und beeindruckend anders. Auch wenn sie mit jedem weiteren Besuch meine Sicht verändert hat und die Erinnerungen an die Touren verblassen, dieser erste Eindruck, er bleibt und prägt mein Umgang mit diesem Thema. Vielleicht ist es bei dir so ähnlich …

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    1. Das ist ein guter Rat, das werde ich bald mal machen, danke!
      Während des Alleinseins ist mir so viel durch den Kopf gegangen, das war die reinste Explosion da oben … und dann noch die vielen Eindrücke von außen🤣
      Da magst du vllt. Recht haben, dass diese beeindruckenden Momente mich verändert haben … es war für mich einfach überwältigend … und ich bin dermaßen dankbar, dass ich das erleben durfte💚
      Ich erinnere mich auch noch an meinen ersten Besuch des jüdischen Friedhofs in Weissensee … da hat es mich auch fast aus den Latschen gehauen, wie bei meiner kleinen Weltreise. Der Friedhof ist so unglaublich beeindruckend, überwältigend, für mich erstmal nicht in Worte zu fassen … allerdings war es so überwältigend, dass ich fast zurück gegangen wäre und meine Tour abgebrochen hätte … geb ich ja zu …
      Ich denke du hast Recht … und es war bei mir auch so …
      Mal schauen wann und wie meine nächster Friedhofsbesuch wird.

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